Digitale Identität

SwissID geht an den Start

Uhr | Aktualisiert

Swisssign hat den elektronischen Identitätsnachweis namens SwissID lanciert. Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert das Vorgehen von Swisssign. Marcel Dobler engagiert sich indessen für die Verbreitung der digitalen Identität.

Quelle: Pixabay / CC0 Public Domain / TheDigitalWay.
Quelle: Pixabay / CC0 Public Domain / TheDigitalWay.

Swisssign hat den digitalen Ausweis auf den Schweizer Markt gebracht. Das Joint Venture der Schweizerischen Post und der SBB bietet den elektronischen Identitätsnachweis namens SwissID nun allen interessierten Unternehmen und Behörden an. Für private Nutzer ist die Anwendung kostenlos, wie Swisssign mitteilt.

Die SBB und die Post wollen ihre Websites gestaffelt mit der SwissID ausrüsten. Erste Post-Kunden könnten das neue Login über SwissID ab kommendem Herbst nutzen. Ab 2018 sollen SBBs Swisspass-Kunden folgen. In den kommenden zwei bis drei Jahren werden über vier Millionen Kunden in der Schweiz die Lösung nutzen können, wie die Unternehmen mitteilen.

SwissID soll einfach und sicher sein

Mit der SwissID könnten Nutzer über ein einziges Login auf verschiedene Online-Dienste zugreifen. Unternehmen seien mithilfe der digitalen Identität in der Lage, ihre Websites effizienter zu gestalten, heisst es in der Mitteilung. Zu einem späteren Zeitpunkt kommt die SwissID gemäss Mitteilung unter anderem auch für E-Government-Lösungen und elektronische Abstimmungen zum Einsatz.

Die Lösung sei nicht nur einfach, sondern auch sicher, verspricht Swisssign. Das Unternehmen erklärte den Schutz von Kundendaten zum obersten Gebot. Die Hoheit über die persönlichen Daten bleibt ausschliesslich bei den Anwendern, wie es in dem Communiqué heisst.

SuisseID wird SwissID

Im Gegensatz zu anderen Signaturlösungen sollen Anwender mit der neuen SwissID keine zusätzliche Hardware wie etwa Kartenlesegeräte benötigen. Dies war der Fall für das bestehende Angebot von Swisssign namens SuisseID. Der erste elektronische Identitätsnachweis kam im Jahre 2010 auf den Markt. Die Lösung war kostenpflichtig, basierte auf Chipkarten und USB-Sticks.

Suisse-ID bleibt weiterhin erhältlich, wie der Trägerverein SuisseID mitteilt. "Mittelfristig wird die SuisseID allerdings in SwissID aufgehen", schreibt Swisssign. Zu diesem Zweck habe das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die Markenrechte von SuisseID an SwissSign übertragen. Der schweizerische Bundesstaat, vertreten durch das SECO, war seit 2010 Inhaber der Marke SuisseID, wie das SECO mitteilt.

Stiftung für Konsumentenschutz übt Kritik

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kritisierte das Angebot von Swisssign in einer Mitteilung. Die SBB und die Post hätten den elektronischen Ausweis lanciert, obwohl das geplante E-ID-Gesetz noch mitten in der Vernehmlassung steckt. Die Frist für die Vernehmlassung läuft erst am 29. Mai ab.

Die Lösung bediene zwar ein dringendes Bedürfnis der Konsumenten. "Der digitale Identitätsnachweis ist jedoch eine Staatsaufgabe, deren Umsetzung der Bund in der Vergangenheit leider an die Privatwirtschaft delegierte" wie die Stiftung mitteilt. Die SKS bezweifelt, dass "profitorientierte Unternehmen wie die Post und die SBB das für die SwissID nötige Vertrauen der Konsumenten gewinnen können", wie es weiter heisst.

Marcel Dobler tritt in den Verwaltungsrat von Swisssign ein

Marcel Dobler, Präsident von ICT-Switzerland und FDP-Nationalrat, tritt eigenen Angaben zufolge in den Verwaltungsrat von Swisssign ein. Er wolle sich für die Einführung und Verbreitung der elektronischen Identität einsetzen. Die E-ID garantiere eine sichere Registrierung bei Online-Diensten, reduziere deren Missbrauch, vereinfache Prozesse und baue schliesslich Bürokratie ab, erklärte Dobler.

"Künftig werden wir keine Verträge mehr hin- und herschicken müssen, die Steuererklärung können wir komplett elektronisch ausfüllen und einreichen, E-Voting ist umsetzbar und im Gesundheits- und Bildungswesen sind die Möglichkeiten praktisch grenzenlos", lässt sich Dobler in dem Communiqué zitieren.

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