Schulterschluss am Digitaltag

Endlich: Die Schweiz bekommt eine elektronische Identität

Uhr | Aktualisiert

Die elektronische Identität in der Schweiz steht vor dem Durchbruch. Eine breit abgestützte Allianz von Privatwirtschaft und Politik treibt das Projekt voran. Zu den Trägern der neuen SwissSign Group zählen ausser der Post und den SBB nun auch Swisscom und sechs Schweizer Finanzdienstleister.

(Source: TheDigitalWay / Pixabay.com)
(Source: TheDigitalWay / Pixabay.com)

Das Projekt für eine elektronische Identität (E-ID) hat einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Die Schweizerische Post, die SBB, Swisscom, Credit Suisse, Raiffeisen, UBS, die Zürcher Kantonalbank, der Finanzdienstleister SIX und die Schweizerische Mobiliar einigten sich auf einen Schulterschluss. Sie wollen eine vertrauenswürdige Schweizer Marke für die E-ID aufbauen, wie die Unternehmen gemeinsam mitteilen.

Die neun Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung, um ein gemeinsames Unternehmen zu gründen. Dessen Ziel sei die Schaffung und Umsetzung einer digitalen Identität für die Schweizer Bevölkerung.

SwissSign wird zur SwissSign Group

Das gemeinsame Unternehmen trägt den Namen SwissSign Group und soll die "Tätigkeiten der heutigen SwissSign integrieren und die SwissID-Lösung weiterentwickeln", wie es in der Mitteilung heisst. SwissSign, das Joint Venture der Post und der SBB, hatte den elektronischen Identitätsnachweis namens SwissID im vergangenen Mai lanciert.

Die Träger der SwissSign Group wollen laut Mitteilung digitale Identitäten effizienter, nutzerfreundlicher und einfacher aufstellen, als dies bislang der Fall war. Die E-ID solle sowohl national wie auch international nutzbar sein, heisst es weiter.

Privatwirtschaftlich getragen, staatlich zertifiziert

Das Unternehmen soll die Grundlagen schaffen für eine privatwirtschaftlich getragene aber staatlich zertifizierte Lösung. Das Vorgehen entspreche den Absichten des Bundesrates, eine Aufgabenteilung zwischen Staat und Privatwirtschaft vorzusehen, schreiben die Unterzeichner der Absichtserklärung.

Naef bleibt CEO

Als CEO des neuen Unternehmens wurde Markus Naef, zurzeit CEO von SwissSign, bestimmt. Naef war als CEO von SwissSign angetreten, um einen Neuanfang zu signalisieren, wie er im Interview mit der Netzwoche sagte. Auch die Geschäftsleitung des neuen Unternehmens wird aus der derzeitigen Geschäftsleitung von SwissSign bestehen. Ein Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen E-ID-Systemen, Nutzern, Partnern und Technologien soll gewährleistet sein.

Sicher und kostenlos

Die Nutzung der digitalen Identität soll für den Anwender einfach, sicher und kostenlos sein, heisst es in der Mitteilung. Die Initianten hoffen, mit einer einheitlichen E-ID Geschäfts- und Verwaltungsprozesse bedeutend einfacher zu gestalten.

Mit dem neuen System sollen Benutzerbedürfnisse im Vordergrund stehen. Auch Online-Händler sollen von der Vereinfachung und Vergünstigung profitieren.

Der Bund hat die Fäden in der Hand

Der Datenschutz werde strikt eingehalten, heisst es weiter. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) begrüsse die Tatsache, dass er in Zukunft einen einzigen Ansprechspartner bezüglich E-ID haben wird. Der EDÖB halte das Projekt für äusserst bedeutsam.

Bedeutsam sei auch die Rolle des Staates, heisst es weiter. Der Bund bestimme den rechtlichen Rahmen des Projekts. Und er allein könne staatliche Identitäten definieren und verifizieren.

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DPF8_70131

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