SAP Live Campus 2018

SAP feiert die Digitalisierung

Uhr | Aktualisiert

Der SAP Live Campus hat sich in diesem Jahr dem Thema Digitalisierung gewidmet. Im Fokus standen die Chancen und Risiken der digitalen Transformation für Unternehmen und die Gesellschaft.

Stefan Ries, Chief Human Resources Officer bei SAP, gab Einblicke in die Digitalisierung der HR-Abteilung. (Source: Netzmedien)
Stefan Ries, Chief Human Resources Officer bei SAP, gab Einblicke in die Digitalisierung der HR-Abteilung. (Source: Netzmedien)

SAP hat Kunden, Partner und Medienvertreter zum Live Campus 2018 ins Congress Center Basel eingeladen. Der deutsche Softwarehersteller wolle zwei Tage lang Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Kennenlernen seiner Produkte geben, sagte Bernd Brandl zur Eröffnung der Veranstaltung.

Der Managing Director von SAP Schweiz unterstrich gleich zu Beginn des ersten Tages, dass dies in lockerer Atmosphäre geschehen soll. Er unterhielt sich nämlich zunächst mit SRF-Moderator Sascha Ruefer an einer Kaffeebar, die SAP auf der Hauptbühne des Live Campus aufgebaut hatte.

Bernd Brandl, Managing Director von SAP Schweiz, begrüsste das Publikum mit viel Elan. (Source: Netzmedien)

Die Veranstaltung, zu der sich rund 1450 Besucher angemeldet hätten, stehe unter dem Motto "das intelligente Unternehmen", sagte Brandl, nachdem er den morgendlichen Espresso getrunken hatte. Die Digitalisierung sei in vollem Gange, was Gesellschaft und Wirtschaft vor grosse Herausforderungen stelle. Unternehmen müssten ihre Geschäftsprozesse anpassen, wenn sie in der digitalen Transformation nicht untergehen wollten.

Wie SAP Firmen in diesem Wandel unterstützen will, zeigte Brandl zum einen an ausgewählten Kunden wie Hoerbinger, Omega oder der Swiss Re, die in Basel ihre Projekte vorstellten. Zum anderen demonstrierte er anhand des "SAP Copilot", wie neue Technologien beim Hersteller selbst die Prozesse verändern.

Beim Copilot handle es sich um einen ins ERP integrierten Sprachassistenten, der Mitarbeiter bei der Terminplanung und dem Management von Informationen unterstützen soll. Nach einigen Startschwierigkeiten zeigte Brandl, wie sich mit dem Copilot etwa Aufgaben, Agenda und Unvorhergesehenes bewältigen lasse. Das Programm werde im Sommer 2018 auf Englisch veröffentlicht.

Digitalisierung on the bright Side of HR

Nach der Begrüssung durch Brandl holte Sascha Ruefer Stefan Ries auf die Bühne. Ries, bei SAP Chief Human Ressources Officer, stellte sich als Optimist vor, denn er liess vor seinem Referat verschiedene Schlagzeilen zum drohenden Jobverlust durch die Automatisierung auf die Leinwand projizieren – untermalt vom Monty-Python-Song "Always Look on the Bright Side of Life".

"Ich sehe in der Digitalisierung eine Chance und nicht nur Risiken", sagte Ries. Die Herausforderung bestehe darin, für diese Chancen bereit zu sein und daraus einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. SAP wolle in der Welt etwas bewegen und digitale Technologie könne hierbei helfen. Es winkten höhere Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und zufriedenere Kunden.

Für die HR-Abteilung eines Unternehmens heisse dies, Digitalisierung "erlebbar" zu machen. Bis 2025 sind laut Statistik 80 Prozent aller Angestellten Digital Natives. Für sie seien gute digitale Tools eine Selbstverständlichkeit. Wer junge Talente anlocken wolle, müsse seinen Mitarbeitern deshalb einfache, intuitive und schnelle Prozesse zur Verfügung stellen, sagte Ries.

Handelszeitung-Chefredaktor Stefan Barmettler (Mitte) diskutierte mit den Referenten an der SAP-Kaffeebar. (Source: Netzmedien)

SAP versucht dies, indem das Unternehmen HR-Dienste mobil anbietet, etwa zur Verwaltung der Urlaubstage. Auch die klassischen Zielvorgaben und jährlichen Mitarbeitergespräche seien kein Rezept für die künftige Arbeitswelt mehr.

Als weitere Technologie, die HR-Chefs die Arbeit erleichtern könnte, erwähnte Ries künstliche Intelligenz (KI). Mittels "smarter" Auswertung von Daten könne der Mensch bessere Entscheidungen treffen. Vorausschauende Tools und Analytics könnten zudem bei der Planung helfen. Diese werde in Zeiten rasch wandelnder Job-Profile immer anspruchsvoller.

Ja, viele Aufgaben und Jobs werden in Zukunft Maschinen ausüben - doch es würden auch neue Berufe entstehen, gab sich Ries überzeugt. Jede industrielle Revolution der Vergangenheit habe schlussendlich ein Mehr an Innovation zur Folge gehabt.

Vor allen Dingen sei es jetzt wichtig, den Menschen die Angst vor der digitalen Transformation zu nehmen. SAP investiere aus diesem Grund in die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, engagiere sich für mehr Frauen in der IT und fördere Forschungsprojekte, die der Gesellschaft einen Mehrwert bringen, sagte Ries. Bei der Digitalisierung, das gab SAPs HR-Chef dem Publikum mit auf den Weg, dürfe der Mensch nicht vergessen gehen.

Mit Technologie in eine bessere Zukunft

Stefan Ries beendete sein Referat auf einer positiven Note. Seine Zuversicht wurde vom nächsten Gast auf der Bühne aber noch übertroffen. Jim Hagemann Snabe, ehemaliger Co-CEO von SAP und seit Februar 2018 Vorsitzender des Aufsichtsrats von Siemens, machte gleich zu Beginn klar, dass er die Digitalisierung als enorme Chance versteht.

"Wir leben in aussergewöhnlichen Zeiten", sagte der dänische Mathematiker. Die Spielregeln der Wirtschaft würden sich gerade völlig ändern. Was früher noch funktionierte, funktioniere in Zukunft nicht mehr. Neue Unternehmen hätten Erfolg und könnten exponentiell wachsen, während andere verschwänden.

Jim Hagemann Snabe demonstrierte das Potenzial der Digitalisierung anhand eines Turbinenteils aus dem 3-D-Metalldrucker. (Source: Netzmedien)

Snabe illustrierte den digitalen Wandel anhand verschiedener Branchen. Wichtig sei hierbei, nicht auf Technologien zu setzen, die vielleicht irgendwann einmal vorhanden seien, sondern das Potenzial der heute verfügbaren Technologie voll auszuschöpfen.

Dem Transport könne die Digitalisierung zu mehr Effizienz und Sicherheit verhelfen, sagte Snabe. Energie könne künftig dezentral und über Solar- und Windanlagen erzeugt werden. 3-D-Drucker und Roboter könnten die industrielle Produktion billiger machen und näher an den Kunden bringen. In der Medizin soll die Digitalisierung genauere Diagnosen und die Früherkennung von Krankheiten ermöglichen.

Alles in allem könne digitale Technologie zu einer besseren und nachhaltigen Zukunft führen, sagte Snabe. Wer in dieser Zukunft Erfolg haben wolle, müsse aber sowohl die digitale wie auch die physische Welt meistern. Amazon sei ein Beispiel für ein Unternehmen, das diese beiden Welten in einen Mehrwert verwandelt habe.

Nach ihren Referaten sprachen Jim Hagemann Snabe und Stefan Ries mit Moderator Reto Lipp, Calvin Grieder (Verwaltungsratspräsident Bühler-Gruppe) und Urs Lehner (Leiter Swisscom Enterprise Customers) über die Verheissungen der Digitalisierung (von links). (Source: Netzmedien)

Snabe unterliess es nicht, auf die Risiken der technischen Entwicklung hinzuweisen. Die Cyberangriffe auf die Logistikfirma Maersk hätten die Sicherheitsprobleme der Digitalisierung vor Augen geführt. Die Bereits von Stefan Ries erwähnte Frage der verschwindenden Jobs sprach Snabe ebenfalls an.

Eine besondere Herausforderung bestehe aktuell in der politischen Entwicklung, sagte Snabe. Wenn Länder Mauern zwischen sich bauen und Handelsschranken einführen, bewege sich die Politik im Unterschied zum digitalen Wandel in die falsche Richtung.

"Wir sollten vor der Zukunft keine Angst haben, sondern uns darauf zubewegen", riet Jim Hagemann Snabe den Besuchern am SAP Live Campus 2018 zum Abschluss seines Referats. "Jetzt ist der Zeitpunkt, um Ihr Geschäft und die Gesellschaft neu zu erfinden."

Neben Referaten und Panels gab es am Live Campus 2018 Anwendungsbeispiele von SAP-Produkten zu sehen. (Source: Netzmedien)

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