Indirekte Nutzung

SAP packt Streitthema an mit neuem Preismodell

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SAP hat ein neues Preis-, Audit- und Vertriebsmodell aufgelegt. So will das Walldorfer Softwarehaus seinen Kunden mehr Kostentransparenz bieten. Die SAP-Anwenderlobby sieht die Anpassungen als Etappensieg.

(Source: ldprod / Fotolia.com)
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SAP hat ein neues Preis-, Audit- und Vertriebsmodell angekündigt. Der Walldorfer ERP-Hersteller verspricht seinen Kunden auf diese Weise mehr Transparenz für die Software-Lizenzierung, -Nutzung und Compliance, wie das Unternehmen mitteilt.

Das neue Modell unterscheide zwischen menschlichem und digitalem Anwenderzugriff über Applikationen von Drittanbietern, etwa aus dem Bereich des Internets der Dinge oder via Bots. Bei solch einer indirekten Nutzung sollen die Kunden nun von mehr Kostentransparenz profitieren, wie SAP in der Mitteilung schreibt.

Anwender-Lobby verbucht Erfolg

Zuvor hatte SAP mit seiner Preispolitik viele Kunden verärgert. Die SAP-Anwender-Lobby DSAG äusserte aufgrund dessen mehrfach Kritik und setzte sich für ein optionales Lizenzmodell ein, das der indirekten Nutzung Rechnung tragen sollte. Nun zeigt sich die Anwendergruppe zufrieden: "SAP hat mit diesem innovativen Modell einen wichtigen Schritt getan, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, das in letzter Zeit etwas verloren gegangen schien", lässt sich Andreas Oczko, DSAG-Vorstand Operations/Service & Support und stellvertretender Vorstandsvorsitzender, in einer Mitteilung zitieren.

Das neue Lizenzmodell müsse sich zwar erst noch bewähren, teilt die DSAG weiter mit. Denn insbesondere für Bestandskunden stelle sich die Frage, ob das neue Modell "wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sein wird". Für Neukunden sei das Preismodell jedoch "grundsätzlich interessant", heisst es in der Mitteilung.

Neue Governance-Regeln

Ausser dem neuen Preismodell führt SAP laut Mitteilung neue Regeln ein, die eine strikte Trennung zwischen Vertriebsorganisation, -Prozessen sowie der Auditorganisation und deren Prozessen vorsehen. Zudem plant das Softwarehaus, seinen Kunden Messwerkzeuge zur Verfügung zu stellen. Diese sollen die Anwender dazu befähigen, ihren eigenen User- und Lizenz-Verbrauch selbst zu überwachen.

SAP werde das neue Vertriebs-, Audit- und Preismodell noch in diesem Monat ausrollen. In den kommenden Monaten will das Unternehmen weitere Schulungsmaterialien und Tools lancieren. Auf diese Weise könnten Kunden die neuen Lizenzbestimmungen leichter verstehen und das für sie passende Modell auswählen, verspricht SAP.

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