Kritik vom Personalverband

Swisscom erhöht Löhne für Mitarbeitende im GAV

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von Joël Orizet und vgr

Rund 9500 Swisscom-Mitarbeitende erhalten ab April 2026 mehr Lohn. Der Telko einigte sich mit seinen Sozialpartnern auf einen durchschnittlichen Zuschlag von 0,9 Prozent - für den Personalverband Transfair ist das Ergebnis jedoch enttäuschend.

(Source: Kamil / stock.adobe.com)
(Source: Kamil / stock.adobe.com)

Die Swisscom erhöht die Löhne der rund 9500 Angestellten, die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unterstehen, im Schnitt um 0,9 Prozent. Die meisten Mitarbeitenden erhalten per 1. April 2026 eine generelle prozentuale Lohnerhöhung, die allerdings je nach Lage im Lohnband unterschiedlich hoch ausfällt, wie der Telko mitteilt. 
 
Rund die Hälfte der zusätzlichen Lohnsumme ist für individuelle Gehaltserhöhungen vorgesehen. Mitarbeitende, deren Lohn über dem Lohnband liegt, erhalten eine Einmalzahlung.

Mit dem diesjährigen Lohnabschluss wolle das Unternehmen sicherstellen, dass man marktgerechte Löhne bezahle, lässt sich Klementina Pejic, Leiterin Group Human Resources bei der Swisscom, in der Mitteilung zitieren. "Es ist uns wichtig, entsprechende Lohnanpassungen auch in einem Umfeld von tiefer Inflation vornehmen zu können."

Personalverband zeigt sich enttäuscht 

Der Lohnzuschlag ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen der Swisscom und ihren Sozialpartnern, der Gewerkschaft Syndicom und dem Personalverband Transfair. Letzterer habe der Lohnsummenerhöhung jedoch nur "zähneknirschend" zugestimmt. Transfair bezeichnet das Resultat in einer Mitteilung als enttäuschend. 

Besonders stossend sei, dass die Mitarbeitenden "mager abgespeist" würden, wohingegen die Aktionärinnen und Aktionäre "üppig profitieren". Aktuell plant die Swisscom, die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr um 18 Prozent von 22 auf 26 Franken pro Aktie zu erhöhen. Die zugesprochene Lohnsumme hinke jedoch den aktuellen Marktprognosen für die Lohnerhöhungen in der Schweiz hinterher, argumentiert der Verband weiter. 

"Dieser Kontrast ist für uns schwer nachvollziehbar und widerspricht einem fairen und verantwortungsvollen Umgang mit der Belegschaft", sagt Greta Gysin, Präsidentin von Transfair und Nationalrätin (Grüne/TI). "Ausgerechnet Swisscom als bundesnahes und erfolgreiches Unternehmen will hier nicht mithalten - das sehen wir sehr kritisch."

 

In den kommenden Jahren will die Swisscom übrigens IT-Stellen von der Schweiz ins europäische Ausland verlagern - mehr dazu lesen Sie hier

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