Vodafone-Übernahme drückt Swisscom-Gewinn
Die Übernahme von Vodafone Italia hinterlässt Spuren in der Bilanz von Swisscom: Während der Umsatz aufgrund des Zukaufs stieg, brach der Reingewinn um fast 18 Prozent ein. Der Telko baute denn auch Stellen ab und will nun seine Aktionäre mit einer erhöhten Dividende belohnen.
Swisscom legt nach der milliardenschweren Übernahme von Vodafone Italia die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vor. Das Ergebnis ist zwiespältig: Einem Umsatzsprung um 36,6 Prozent auf knapp 15,05 Milliarden Franken steht ein deutlicher Rückgang beim Reingewinn gegenüber. Dieser schrumpfte um 17,6 Prozent auf 1,27 Milliarden Franken.
Als Hauptgrund für den Gewinneinbruch nennt das Unternehmen die Folgen der Akquisition. Laut Geschäftsbericht drückten allein die Abschreibungen auf übernommene immaterielle Vermögenswerte mit rund 236 Millionen Franken auf das Ergebnis. Hinzu kamen stark gestiegene Zinskosten für die Finanzierung der Übernahme samt dazugehöriger Leasingverbindlichkeiten (insgesamt rund 255 Millionen Franken) sowie direkte Integrationskosten von 109 Millionen Euro.
Ein reiner Blick auf die ausgewiesenen Zahlen täuscht zudem über die organische Entwicklung hinweg. Bereinigt um den Zukauf - auf einer sogenannten Pro-Forma-Basis - sank der Gruppenumsatz um 2 Prozent. Insbesondere im Kerngeschäft mit Telekomdiensten in der Schweiz geriet das Unternehmen unter Druck, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht: Hier sanken die Umsätze um 2,3 Prozent.
Höhere Dividende trotz Gewinnrückgang - und Stellenabbau
Trotz des tieferen Gewinns und der Belastungen aus dem Italien-Geschäft hält Swisscom an einer grosszügigen Ausschüttungspolitik fest. Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung vor, die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 um 18 Prozent von 22 auf 26 Franken pro Aktie zu erhöhen. Für 2026 stellt das Unternehmen eine weitere Erhöhung auf 27 Franken in Aussicht. "Wir haben die finanziellen Ziele 2025 erreicht", kommentiert CEO Christoph Aeschlimann den Abschluss und begründet damit den Dividendenvorschlag.
Gleichzeitig drückt Swisscom auf die Kostenbremse. Gruppenweit baute das Unternehmen im Berichtsjahr 573 Vollzeitstellen ab, der Personalbestand sank auf 23'266 Mitarbeitende. Den grössten Teil des Abbaus trug mit 384 Stellen die Schweiz. Laut Geschäftsbericht betraf der Stellenabbau hierzulande die Kundenbetreuung und das IT-Geschäft - dies, obwohl der Umsatz mit IT-Diensten für Geschäftskunden um 2 Prozent auf 1,21 Milliarden Franken zulegen konnte.
Italien als Übergangsjahr
Die Integration von Vodafone Italia verläuft laut Swisscom nach Plan. Auf Pro-Forma-Basis sank der Umsatz im Segment Italien gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,1 Prozent auf 7,29 Milliarden Euro. Während das Geschäft mit Unternehmenskunden nahezu stabil blieb, gab das Privatkundengeschäft deutlich nach. Der operative Gewinn (EBITDAaL) reduzierte sich auf vergleichbarer Basis um 3,1 Prozent. Erste realisierte Synergien beziffert der Konzern auf 95 Millionen Euro. Swisscom spricht von einem erwarteten Übergangsjahr.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet Swisscom einen Umsatz zwischen 14,7 und 14,9 Milliarden Franken und einen operativen Gewinn (EBITDAaL) von 5 bis 5,1 Milliarden Franken. Eigenen Angaben zufolge treibt der Telko Investitionen in KI-Plattformen und Cybersecurity-Angebote in der Schweiz und in Italien voran. Im Verwaltungsrat kommt es zudem zu einem Wechsel: Finanzexperte Philippe Deecke, derzeit CFO der Lonza Group, soll auf Frank Esser folgen, der die maximale Amtsdauer erreicht hat.
Übrigens: Swisscom-Tochter Cablex räumte im Februar 2026 trotz jüngster Umsatzsteigerung einen geplanten Stellenabbau ein - mehr dazu lesen Sie hier.
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