Studie von TI&M und der HSLU

Schweizer Unternehmen erzielen mit KI noch kaum Umsatzwachstum

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von Chiara Binder und rja

Die KI-Reife von Unternehmen hängt mehr von der Unternehmensgrösse ab als von der Branche. Wie eine Studie von TI&M und der Hochschule Luzern weiter zeigt, bringt KI bisher zwar Effizienzgewinne, aber wenig Umsatzwachstum.

(Source: Pakorn / stock.adobe.com)
(Source: Pakorn / stock.adobe.com)

Bei Strategie, Integration sowie Governance von künstlicher Intelligenz (KI) haben viele Schweizer Organisationen Nachholbedarf, wie eine Studie von TI&M und der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt. Grossunternehmen haben demnach bei der strategischen Verankerung, Budgets und Governance-Strukturen von KI einen Vorsprung und sind "AI Leader". KMUs wiederum würden als "AI Follower" oder "AI Visionaries" agieren und die Technologie langsamer implementieren. Die Unternehmensgrösse entscheide somit stärker als die Branche über den KI-Reifegrad, schreibt TI&M.

Unternehmen investieren laut Studie zwar immer mehr in KI, setzen sie jedoch vorwiegend in risikoarmen Anwendungsfällen ein. So nutzen sie die KI etwa im Marketing, Kundenservice oder bei Text- und Chatbot-Anwendungen. In den Bereichen Logistik, Produktion oder Finance sei der Einsatz noch gering, doch in den nächsten drei bis fünf Jahren erwarten die Befragten Fortschritte in wenig erschlossenen Bereichen.

Die Grafik verfügt über zwei Achsen, die vier Quadranten aufspannen. In Y-Richtung wird die "Business Execution" gemessen, in X-Richtung die "Strategy & Vision". In den verschiedenen Quadranten verteilen sich die Punkte. Der untere Linke Quadrant enthält sogenannte "AI Followers", der rechte untere "AI Practitioners", der links oben "AI Visionaries" und oben rechts "AI Leaders. Die Skalierung der Achsen beginnt unten mit 0, oben endet sie mit 100, und ebenso von links nach rechts. Unten rechts hat es kaum Datenpunkte, oben rechts ein paar wenige, oben links etwas mehr, aber hauptsächlich sind die Punkte unten links.

Wenige Leader, viele Follower: Während Grossunternehmen intensiv in die Integration von KI in ihre Geschäftsprozesse investieren, schreiten KMUs bei der Adoption deutlich langsamer voran. (Source: zVg)

Zwischen Investitionen und Effizienzgewinnen bestehen gemäss TI&M und der HSLU positive Korrelationen. Drei Viertel der Organisationen gaben in der Studie an, Produktivitätssteigerungen durch KI zu erleben. Umsatzgewinne seien jedoch selten. Auch drei Viertel planen demnach, das Budget zu erhöhen - trotz teils fehlender kurzfristiger Erfolge. Das Forschungsteam deutet dies als Zeichen für Vertrauen in das Potenzial der KI.

Vor allem Halluzinationen, Datenschutz und Datenverlust bereiten den befragten Unternehmen Kopfschmerzen. Diese Sorgen werden jedoch vom hohen Wettbewerbs- und Innovationsdruck überlagert, wie es weiter in der Studie heisst. Etwa ein Drittel setze deshalb auf Cloud- und SaaS-Lösungen von grossen Anbietern. 

Die Forschenden leiten vier Empfehlungen aus der Studie ab:

  • Unternehmen sollten KI strategisch verankern, bevor sie in komplexe Use Cases investieren.
  • Solide Governance- und Grundlagestrukturen sowie effiziente Anwendungsfälle seien besonders vorteilhaft für KMUs.
  • Für Grossunternehmen seien innovations- und wachstumsorientierte Use Cases zu empfehlen.
  • Eine systematische Nutzen-Risiko-Abwägung und eine passende Sourcing-Strategie sollen für anhaltenden Erfolg zentral sein.

Über die Studie

Für die "AI Maturity Study 2026" wurden über 200 Teilnehmende aus 15 Branchen befragt. Die Fragen waren als Single- und Multiple-Choice-Fragen formuliert.

 

Eine Studie der ZHAW kommt zum Schluss, dass Schweizer Unternehmen bereits auf KI-Tools setzen, wenn es um soziale Medien geht. Lesen Sie hier mehr.

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