Anforderungen an Security und Performance treiben Storage-Investitionen an
Trotz temporärer Schwankungen wächst der Schweizer Storage-Markt weiter und dürfte sich ab 2026 deutlich erholen. Flash-Lösungen treiben die Entwicklung nach wie vor an, während steigende Anforderungen an Sicherheit, Performance und Effizienz die Investitionen bestimmen.
Der globale Markt für Enterprise-Storage-Systeme bleibt auf Wachstumskurs. Laut Zahlen von IDC stiegen die weltweiten Ausgaben für externe OEM-Storage-Systeme im vierten Quartal 2025 um 5,5 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar. Über die kommenden fünf Jahre hinweg prognostiziert der Marktforscher zudem ein durchschnittliches Wachstum von rund 5,4 Prozent, für 2026 rechnet IDC sogar mit einem Anstieg von 7,1 Prozent. Treiber seien insbesondere nachgeholte Infrastrukturprojekte sowie steigende Anforderungen durch KI-Workloads.
Dieses Bild zeichnet sich grundsätzlich auch in der Schweiz ab - allerdings mit stärker ausgeprägten Schwankungen. Der Markt bewegt sich laut IDC seit 2023 auf einem stabilen Niveau, bevor er 2025 einen Rückgang um etwa 3,9 Prozent verzeichnete und von 348,7 auf rund 335 Millionen US-Dollar sank. Gründe dafür seien unter anderem die zurückhaltende Investitionen sowie Preisschwankungen bei Komponenten wie SSDs (Solid-State-Drive) oder DRAM (Dynamic Random Access Memory). Ab 2026 erwartet IDC hierzulande eine deutliche Erholung um etwa 12,3 Prozent, womit sich der Schweizer Markt für externe Storage-Systeme einem Umsatz von etwa 376 Millionen US-Dollar annähern dürfte.
Flash-Systeme treiben den Markt
“Im Schweizer KMU-Markt passiert gerade ziemlich viel“, ordnet Vincent Makin, Key Account Manager bei Zibris, die aktuellen Entwicklungen ein. Viele Firmen hätten alte Storage-Umgebungen, die zwar noch laufen, aber in Sachen Performance, Sicherheit und Administrationsaufwand nicht mehr mithalten können. Entsprechend steige die Nachfrage nach modernen Plattformen. Besonders gefragt seien - wie bereits im Vorjahr - All-Flash-Lösungen, skalierbare Architekturen und neue Backup-Konzepte. Laut Makin wollen KMUs “weniger Bastellösungen, sondern Plattformen, die einfach funktionieren.“
Diese Entwicklung deckt sich mit den globalen Zahlen von IDC: Laut diesen wachsen All-Flash-Arrays mit 18,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr besonders dynamisch. Gleichzeitig würden auch klassische Festplatten-Systeme weiterhin zulegen (+3,1 Prozent), während Hybrid-Flash-Arrays leicht rückläufig sind (-6,7 Prozent).
Die Schweiz folgt damit technologisch den internationalen Trends: All-Flash-Arrays wachsen überdurchschnittlich stark und profitieren von steigenden Anforderungen an Performance, Latenz und Wiederherstellungszeiten, wie Andrea Savoca, Leiter ICT Solutions bei Brack Alltron, ausführt. Parallel dazu blieben auch HDD- und hybride Architekturen relevant - vor allem aus Kostengründen. Es zeige sich zudem eine klare Segmentierung: “Im Small‑Business‑ bis Mid‑Market‑Umfeld sind wirtschaftliche, einfach administrierbare File‑, NAS‑ und Backup‑Lösungen gefragt, während im Enterprise‑Segment zunehmend hochskalierende Plattformen für grosse, kritische oder KI‑nahe Workloads im Fokus stehen.”
Auch die Treiber der Marktentwicklung seien klar: Laut Makin ist es die Kombination aus Cybersecurity, wachsendem Datenvolumen und dem Wunsch nach weniger Komplexität. Savoca hebt zusätzlich regulatorische Anforderungen, steigende KI-Workloads und die Notwendigkeit wirtschaftlicher Storage-Strategien hervor. Investitionen in Storage-Lösungen würden sich derzeit vor allem auf Branchen mit besonders kritischen Daten konzentrieren, etwa Industrie, Gesundheitswesen, Finanzdienstleister, Versicherungen und die öffentliche Hand. “Überall dort, wo ein Ausfall direkt weh tut, wird Storage inzwischen viel strategischer angeschaut”, sagt Makin.
Security und Kosten bleiben zentral
In den kommenden zwei bis drei Jahren dürften laut Savoca die Anforderungen an Cyberresilienz, Backup-Qualität und Wiederherstellbarkeit weiter steigen. “Funktionen wie Immutability, Air‑Gapping, automatisierte Recovery‑Prozesse und integrierte Sicherheitsmechanismen entwickeln sich zunehmend zu Standardanforderungen”, ergänzt er.
Ein weiterer Trend sei der Ausbau hybrider und souveräner Modelle sowie die teilweise Rückverlagerung von Workloads aus der Public Cloud. Gleichzeitig bleiben laut Makin Ransomware-Schutz, einfache Skalierung, Energieeffizienz und Hybrid-Cloud-Anbindung zentrale Themen. Für viele KMUs bestehe die Herausforderung darin, mit kleinen IT-Teams mehr Leistung und Sicherheit zu realisieren, “ohne dass die Komplexität explodiert”, sagt Makin.
Gemäss Savoca bleibt die grösste operative Hürde jedoch klar die Beschaffungs- und Preissituation: Die Auswirkungen der DRAM‑ und NAND‑Verknappung seien deutlich spürbar, mit teilweise massiven Preissteigerungen und eingeschränkter Projektverfügbarkeit. Gleichzeitig wachse der Bedarf an energieeffizienten, wirtschaftlichen und KI‑tauglichen Storage-Architekturen weiter.
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