Wie KI und Achtlosigkeit die digitale Souveränität aushöhlen
Oft spricht man über KI, als sei sie ein Thema der Zukunft.
"KI wird die Effektivität steigern", "KI wird Jobs verdrängen." Dabei ist die Schweiz doch schon jetzt ein KI-Land. Drei Viertel der Bevölkerung haben bereits erste Erfahrungen mit KI-Tools wie ChatGPT, Gemini, Perplexity und Co. gesammelt. Vor zwei Jahren war es noch nicht einmal die Hälfte der Befragten, wie aktuelle Zahlen des Internet-Vergleichsdienstes Comparis zeigen. Übrigens, in der Westschweiz sind die Nutzungszahlen höher als in der Deutschschweiz. Durch KI-Funktionen in der Google-Suche kommt heute praktisch jede Internetnutzerin und jeder Internetnutzer automatisch mit KI in Kontakt. Genau diese Suchmaschinen werden aber laut der Umfrage zunehmend durch Anfragen an die KI verdrängt.
Der KI-Boom ist erfreulich für alle, die mit dem Thema KI Geschäfte machen – sei es als Beratungsunternehmen oder als Anbieter entsprechender Dienstleistungen. Diese hohe Akzeptanz hat jedoch auch eine Kehrseite: Wohl aufgrund der Alltäglichkeit und der damit verbundenen Vertrautheit geben User der KI auch sehr persönliche Informationen preis. In der Umfrage von Comparis lag der Fokus auf Gesundheitsdaten; jeweils rund die Hälfte der Befragten gab an, sie würde der KI persönliche Daten oder auch Angaben zu psychischen und anderen gesundheitlichen Problemen anvertrauen. Was plaudern diese Personen wohl aus ihrem Arbeitsumfeld aus? Geschäftsergebnisse? Details zum geistigen Eigentum der Firma? Auch wenn nur die Hälfte der Befragten achtlos Daten in die KI eintippt, ist dies zu viel. Denn wo diese Daten landen, ist alles andere als klar. Die Aufnahmen von Metas KI-Brille etwa landen bei einem Subunternehmen in Kenia, dessen Mitarbeitende mitunter private und intime Videoclips sichten, um die KI zu trainieren.
Eine Möglichkeit, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten, ist eine lokal betriebene KI-Infrastruktur. Wann sich dies lohnt, was beim Aufbau beachtet werden sollte und welche neuen Gefahren dadurch entstehen können, darüber diskutieren die Experten im Podium. Die achtlose Nutzung von KI durch Mitarbeitende kann die digitale Souveränität einer Organisation oder eines Unternehmens aushöhlen. Deshalb sollten sie sich schon jetzt damit auseinandersetzen, wie sich diese beiden Themen, KI und digitale Souveränität, unter einen Hut bringen lassen.
Ich wünsche viel Vergnügen bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe des "IT-Markt" zum Thema KI. Das Onlinedossier zur "IT-Markt"-Ausgabe Nr. 3 / 2026 finden Sie hier.
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