HSG-Studie

Wie Unternehmen KI-Lösungen erfolgreich skalieren

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von René Jaun und ahu

Mitarbeitende steigern mit KI-Tools zwar ihre eigene Produktivität. Doch damit unternehmerischer Mehrwert entsteht, müssen Organisationen die Technologie in grössere Arbeitsabläufe integrieren. HSG-Forschende fragten bei grossen Unternehmen nach, wie KI erfolgreich skaliert.

(Source: Enayet / Stock.Adobe.com)
(Source: Enayet / Stock.Adobe.com)

KI einführen ist nicht schwer, sie zu skalieren aber sehr - diese Lektion dürften in jüngster Zeit viele Unternehmen gemacht haben. Das Ungleichgewicht zwischen breiten Investitionen und nur selten messbarem Mehrwert fällt auch der Universität St. Gallen (HSG) auf. Deren Forschende Kevin Schmitt und Ivo Blohm wollten herausfinden, was es braucht, damit ein Unternehmen insbesondere GenAI nicht nur einführt, sondern gewinnbringend skaliert.

Wie die HSG mitteilt, befragten die beiden gemeinsam mit Gregory Vial von der HEC Montréal 87 Praktiker aus 23 grossen Unternehmen, die den Einsatz von GenAI in ihren Firmen erfolgreich skaliert haben. Dabei stellten sie zunächst fest, dass Mitarbeitende zwar ihre persönliche Produktivität mit dem Zugang zu universellen, grossen Sprachmodellen (LLMs) steigern. Die Organisation als Ganzes hätte jedoch Schwierigkeiten, darin einen strategischen Vorteil zu erkennen oder in grossem Massstab Mehrwert zu schaffen. Oder wie die HSG die Forschenden zitiert: "Diese isolierten Produktivitätssteigerungen führen selten zu wesentlichen Wettbewerbsvorteilen."

Erweitern, verbessern, scheitern

Echter Mehrwert entstehe, wenn GenAI gesamte Geschäftsprozesse abteilungs- und funktionsübergreifend verbessere, stellen die Forschenden fest. Anhand ihrer Befragungen identifizieren sie folgende drei Faktoren für eine erfolgreiche KI-Implementierung:

  1. Erweitern Sie den Anwendungsbereich von KI. Anstatt GenAI als Werkzeug für einmalige Aufgaben zu betrachten, integrieren Sie es in grössere Arbeitsabläufe und Betriebsprozesse. Das bedeutet, über die Frage «Wie kann KI diesem Mitarbeiter helfen?» hinauszudenken und sich zu fragen: «Wie kann KI die Arbeitsweise der Organisation insgesamt verbessern?»

  2. Implementieren Sie KI als fortlaufendes Experiment und nicht als fertiges Produkt. GenAI-Systeme erfordern kontinuierliche Verfeinerung, Anpassung und Lernen. Diese Unternehmen sind erfolgreich, weil sie Prompts, Arbeitsabläufe, Governance-Strukturen und Mitarbeiterpraktiken auf der Grundlage von Feedback und Daten kontinuierlich anpassen.

  3. KI-Projekte aufgeben, die keinen messbaren Mehrwert schaffen. Anstatt erfolglose Initiativen aufgrund von Hype oder bereits getätigten Investitionen fortzusetzen, bewerten diese Unternehmen die Ergebnisse rigoros und lenken Ressourcen auf vielversprechendere Anwendungsfälle um.

Gegen Silos ankämpfen

Traditionelle Unternehmensstrukturen erschwerten diese Vorgehensweisen oft, merken die Forschenden an. Viele grosse Unternehmen seien in separate Abteilungen mit eigenen Budgets, Zielen und internem Wettbewerb unterteilt. "Informationen und Wissen fliessen nicht ohne Weiteres abteilungsübergreifend, was die Möglichkeit einschränkt, erfolgreiche KI-Lösungen unternehmensweit zu skalieren. Selbst wenn eine Abteilung eine nützliche GenAI-Anwendung entwickelt, übernehmen andere Einheiten diese möglicherweise nicht oder wissen gar nichts davon", fasst die HSG das Problem zusammen.

Als mögliche Lösung skizzieren die Forschenden ein Konzept namens "AI-Spine", einer abteilungsübergreifend organisierenden und koordinierenden Organisationsstruktur. Sie würde KI-Initiativen verbinden und könnte den Wissensaustausch, die Governance sowie die strategische Ausrichtung sicherstellen.

Die komplette Studie ist online verfügbar.

 

Um das nachhaltige Skalieren von KI-Lösungen in einem Unternehmen ging es auch unlängst in einem Netzmedien-Webinar, Dell Technologies und NVIDIA. Hier erfahren Sie, welche Hürden Unternehmen überwinden müssen, um KI erfolgreich zu skalieren.

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