Adesso-Umfrage

Zwei Drittel der KI-Pilotprojekte kommen nicht in den produktiven Betrieb

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von Tobias Seefeld und jor

Viele Unternehmen starten derzeit KI-Pilotprojekte, doch nur etwa jedes dritte schafft den Sprung in den Regelbetrieb, wie eine Umfrage von Adesso zeigt. Während sich der KI-Einsatz zwar bei mehr als der Hälfte der Unternehmen lohnt, misst rund ein Fünftel gar kein Umsatzwachstum durch KI.

(Source: Alex_Bon_Space / pixabay.com)
(Source: Alex_Bon_Space / pixabay.com)

Schweizer Unternehmen experimentieren mit künstlicher Intelligenz, doch nur wenigen gelingt der Sprung zu skalierbaren Anwendungen. Rund zwei Drittel der KI-Projekte werden nach der Pilotphase wieder abgebrochen. Dies zeigt der "GenAI Impact Report 2026" von Adesso, für den 100 Führungskräfte und erstmals auch 750 Endkunden befragt wurden.

Gemäss Adesso messen 53 Prozent der befragten Unternehmen ein Umsatzwachstum von mindestens 5 Prozent aufgrund von KI. Gleichzeitig würden 17 Prozent zwar in KI investieren, hätten aber keinen messbaren Mehrwert davon und weitere 5 Prozent könnten diesen nicht genau beziffern. Diese Zahlen sind in etwa deckungsgleich mit denjenigen zur GenAI-Bereitschaft: 58 Prozent der Unternehmen schätzen sich laut Umfrage als gut bis sehr gut vorbereitet ein, während 17 Prozent mangelhaft auf GenAI vorbereitet sind.

Adesso betont, dass erfolgreiche KI-Initiativen von den Führungskräften ausgehen müssten. 69 Prozent der Führungspersonen würden denn auch mindestens einmal täglich GenAI nutzen und in 76 Prozent der Unternehmen treibe die Führungsriege das Thema KI voran. 55 Prozent dieser Unternehmen würden wiederum KI in Kernprozessen einsetzen. Bei 71 Prozent derjenigen Firmen, in denen die Führungskräfte keine KI-Strategie verfolgen, ist GenAI hingegen laut Umfrage kein Prozess-Schwerpunkt.

In der Softwareentwicklung ist der Einsatz von KI bekanntlich schon weit verbreitet. Laut Umfrage verzeichnen Softwareunternehmen eine durchschnittliche Produktivitätssteigerung von rund 35 Prozent. Bei einem Viertel der Unternehmen liege diese sogar über 50 Prozent, während nur 3 Prozent keine Steigerung messen würden. Dabei setzen den Ergebnissen zufolge 60 Prozent der Unternehmen bereits auf KI-Agenten, die zumindest teilweise automatisiert sind.

Die Kundenperspektive

Adesso befragte auch Konsumentinnen und Konsumenten zu ihren Ansichten bezüglich GenAI. Demnach ist es vielen Leuten wichtig, wie Unternehmen KI einsetzen: 11 Prozent finden KI grundsätzlich positiv, 28 Prozent empfinden sie als negativ, doch für 45 Prozent kommt es darauf an, wie der KI-Einsatz umgesetzt ist. Gleichzeitig ist es 70 Prozent der Kundinnen und Kunden laut Umfrage wichtig, dass Unternehmen über den Einsatz von GenAI informieren - und zwar vor der entsprechenden Interaktion.

Dennoch würden viele gerade im Kundendienst weiterhin gerne mit Menschen interagieren: 48 Prozent der Befragten immer, 41 Prozent zumindest bei komplexeren Anliegen. Laut Umfrage hatten 59 Prozent bereits das Gefühl, von einer Service-KI abgewimmelt zu werden. Und 65 Prozent hätten durch die Kommunikation mit KI einen Vertrauensverlust oder würden sich weniger wertgeschätzt fühlen.

Für Unternehmen bedeutet das laut Adesso: Der Einsatz von KI muss für die Kundschaft transparent sein und die richtige Zielgruppe ansprechen. Denn während mehr als die Hälfte der 18- bis 29-Jährigen täglich GenAI nutze, täten dies nur 10 Prozent der über 60-Jährigen.

 

Wie Unternehmen ihre KI-Experimente zu produktiven Anwendungen skalieren können, zeigte Netzmedien Mitte April in einem gemeinsamen Webinar mit Dell Technologies und NVIDIA. Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

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