Lausanner Start-up will Twint mit Abo-Modell herausfordern
Das Lausanner Start-up Pimpay lanciert eine elektronische Zahlungslösung für lokale Geschäfte. Die App basiert auf einem Abo-Modell und soll eine Alternative zu etablierten Zahlungslösungen wie Twint bieten.
Nach mehrmonatiger Entwicklungszeit bringt das Lausanner Start-up Pimpay seine Bezahl-App für lokale Geschäfte in der Schweiz auf den Markt. Anstatt für jede Transaktion Provisionen zu verlangen, setzt das 2025 gegründete Unternehmen auf ein Abomodell. Die App gibt es für iOS und Android.
Elektronische Zahlungslösungen haben sich im Alltag weitgehend durchgesetzt. Für lokale Geschäfte verläuft ihre Einführung jedoch aufgrund der transaktionsabhängigen Kosten weiterhin eher verhalten. "Als wir immer mehr Schilder wie 'Nein zu Twint', 'Bitte bar' oder 'Keine Kartenzahlung unter 10 Franken' sahen, entstand die Idee für Pimpay", sagt Maxime Monod, der Mitgründer und CTO des Unternehmens, auf Anfrage.
Seiner Meinung nach spiegeln diese Hinweise den Druck wider, den die Gebühren für elektronische Zahlungen erzeugen. Wenn ein Kunde einen Einkauf im Wert von 50 Franken mit Karte bezahlt, kommt ein Teil davon nicht beim Händler an. Etwa 1,3 Prozent des Betrags verteilen sich stattdessen auf verschiedene Zahlungsintermediäre.
Bezahlen per QR-Code
Im Geschäft erfolgt die Bezahlung über einen QR-Code, der in Kassennähe angebracht ist. Der Kunde scannt ihn mit Pimpay und meldet sich an. Anschliessend gibt der Händler den Betrag in seiner Benutzeroberfläche oder über ein spezielles Terminal ein und sendet eine Zahlungsanforderung. Der Kunde bestätigt die Zahlung mit einem Klick. Alternativ kann der Kunde den Betrag selbst eingeben – insbesondere, wenn der Händler keine Geräte an der Kasse verwenden möchte.
Die Nutzer laden ihr Konto vor einer Zahlung per Banküberweisung oder Kreditkarte auf. Laut Pressemitteilung erfolgen Geldüberweisungen zwischen Privatpersonen sofort und kostenlos. Händler können Zahlungen über ein Smartphone oder ein spezielles Terminal entgegennehmen, das 69 Franken kostet.
Pimpay richtet sich in erster Linie an kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Detailhandel, Gastronomie und Dienstleistungen. Die App verbindet laut Unternehmensangaben Zahlungsfunktionen mit Kundenbindungsmassnahmen, lokalen Kommunikationsinstrumenten und einem kleinen sozialen Netzwerk für lokale Geschäfte. Das Modell ist in drei Abovarianten erhältlich: ein kostenloses Starter-Angebot sowie zwei kostenpflichtige Abonnemente, Evolution (9 Franken pro Monat) und Pro (29 Franken pro Monat). Letztere ermöglichen insbesondere mehr Transaktionen und den Zugriff auf zusätzliche Kommunikationsfunktionen.
Technik und Regulierung
Technisch setzt die Lösung auf eine App für Kunden und Händler, die mit einem massgeschneiderten Backend verbunden ist. Das Zahlungssystem basiert auf einem Open-Source-General-Ledger, dessen Entwicklung unter anderem die Gates-Stiftung unterstützt.
Auf Anfrage teilt das Start-up mit, dass es unter der Aufsicht der ARIF, einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation, als Finanzintermediär tätig ist. Seine Tätigkeit beschränkt sich auf den Geldtransfer. Die Gelder der Nutzer und Händler verwahrt das Unternehmen gemäss eigenen Angaben auf Bankkonten, die von seinen eigenen Konten getrennt sind.
Der KI-Boom beflügelt die Schweizer Start-up-Szene. Lesen Sie hier, wer den grössten Anteil am Aufschwung hat.
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