KI-Ambitionen der Unternehmen scheitern an der Realität
Ein Bericht von KPMG offenbart eine Kluft zwischen den Technologie-Zielen von Unternehmen und ihrer tatsächlichen Leistung. Während der Optimismus für künstliche Intelligenz ungebrochen ist, sinkt die Zahl der Firmen, die KI-Projekte erfolgreich umsetzen. Als Gründe nennt der Bericht fehlende Fachkräfte und veraltete IT.
Die Hälfte der Tech-Führungskräfte erwartet, dass ihr Unternehmen bis 2026 die höchste Technologiereife erreicht. Doch wie der "Global Tech Report 2026" des Wirtschaftsprüfers KPMG aufzeigt, erfüllen aktuell nur 11 Prozent diesen Anspruch. Die Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von 2500 Führungskräften.
Die wichtigsten Ursachen für diese Diskrepanz sieht KPMG im Fachkräftemangel und in veralteten IT-Systemen: Mit 53 Prozent gibt mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen an, nicht über die nötigen Talente für die Umsetzung ihrer digitalen Pläne zu verfügen. Zusätzlich bremsen sogenannte technische Schulden: Bei 63 Prozent der Firmen verhindern die Kosten für die Modernisierung von Altsystemen Investitionen in neue Technologien.
Wo bleibt die KI-Rendite?
Die Studie deckt zudem einen Rückschritt auf. Die Zahl der Unternehmen, die KI-Anwendungen erfolgreich skalieren und damit einen Return on Investment (ROI) erzielen, ist im Vergleich zur Vorjahresumfrage um sieben Prozentpunkte gesunken. Passend dazu geben 55 Prozent der befragten Managerinnen und Manager zu, dass sie Mühe haben, den Wert von KI-Investitionen gegenüber der Geschäftsleitung und den Aktionären nachzuweisen.
Gleichzeitig enteilt eine kleine Gruppe von "High Performern" dem Wettbewerb. Sie erwirtschaften aus ihren Technologie-Investitionen eine Rendite von 4,5x - und damit mehr als das Doppelte des Durchschnitts von 2x. Ihr Erfolg fusst laut dem Bericht auf einer konsequenten Bewältigung technischer Schulden und einer klareren strategischen Ausrichtung.
Trotz der aktuellen Hürden planen die Unternehmen bereits den nächsten Schritt. 88 Prozent investieren dem Bericht zufolge in "agentische KI" - Systeme, die autonom Aufgaben erledigen. Die Fähigkeit, diese "digitalen Arbeitskräfte" zu steuern, sehen 92 Prozent in den nächsten fünf Jahren als entscheidende Schlüsselkompetenz an. Der Bericht prognostiziert, dass ihr Anteil in Tech-Teams bis 2027 auf 36 Prozent ansteigen wird.
Auch in der Schweiz hadern IT-Führungskräfte mit dem unklaren ROI von KI-Projekten, wie eine Umfrage von "ICTjournal" und "Netzwoche" zeigt - mehr dazu lesen Sie hier.
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