Was Brack Alltron von IT-Dienstleistern erwartet
Seit Januar 2025 trägt Tobias Quelle als CIO die Gesamtverantwortung für die IT-Organisation von Brack Alltron. Im Interview sagt er, was die Unternehmensgruppe von ihren IT-Partnern erwartet, wo sie KI bereits aktiv einsetzt und wie sie Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit anpackt.
Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?
Tobias Quelle: Ich trage die Gesamtverantwortung für unsere IT-Organisation – von der strategischen Weiterentwicklung unserer Kundenplattformen über den stabilen Betrieb bis hin zur Führung einer cross-funktionalen Product-Engineering-Organisation. E-Commerce, Logistik, Daten, Automatisierung und Kundenerlebnis sind ohne leistungsfähige IT als Business Enabler nicht denkbar. Mit IT-Dienstleistern arbeiten wir vor allem, wenn es um Spezialwissen, Skalierung oder Geschwindigkeit geht. Wichtig ist mir dabei immer die enge Verzahnung mit unseren internen Teams.
Welches sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?
Partner sollten innovativ sein und Verständnis für unser Business haben. Sie sollten datengetriebene, schnelle Verbesserungen anstreben und neue Wege gehen. Zudem ist uns wichtig, dass sie eine Partnerschaft auf Augenhöhe eingehen: Wir erwarten ehrliche Empfehlungen, die uns herausfordern und gegebenenfalls auch mutige Entscheidungen benötigen.
Was sollten (potenzielle) IT-Partner tunlichst vermeiden?
Powerpoint-Präsentationen! Ich bevorzuge authentische Demos oder Mock-ups. Grundsätzlich sollten es Anbieter vermeiden, uns Lösungen zu verkaufen, die an unserem Bedarf vorbeigehen und nicht datengetrieben sind.
Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?
Wir verfolgen einen hybriden Ansatz. Je nach Produkt, Reifegrad und strategischer Bedeutung arbeiten wir direkt mit Herstellern oder über spezialisierte Partner. Wichtig ist für uns weniger der Kanal, sondern dass Support, Lifecycle, Sicherheit und Skalierbarkeit langfristig gewährleistet sind.
Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie ausgelagert? Und welche würden Sie nie auslagern?
In den Bereichen Modern-Workplace-Management, Cloud-Lösungen, Security, CRM und bei Logistikthemen verfolgen wir hybride Ansätze. Wir haben interne Experten, die mit spezialisierten Anbietern dedizierte Anwendungsfälle gemeinsam bearbeiten. Grundsätzlich haben wir eine sehr hohe Kompetenz inhouse, sodass wir alle geschäftskritischen Bereiche wie Business Application, Onlineshop-Weiterentwicklung, Daten, IT-Operations, Security und User Experience selbst steuern.
Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?
Die Skalierung unserer Plattformen ist zentral, insbesondere das Zusammenspiel von hoher Geschwindigkeit und Stabilität. Die Anforderungen aus dem Business steigen kontinuierlich – nicht aus Ineffizienz, sondern weil wir sehr erfolgreich schnell wachsen und digitalisieren.
Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?
Indem sie gezielt entlasten, ohne zusätzliche Komplexität zu schaffen. Gute IT-Dienstleister bringen neue Perspektiven ein, challengen bestehende Annahmen und helfen uns, schneller bessere Entscheidungen zu treffen – technisch wie organisatorisch.
Setzen Sie KI bereits produktiv ein?
Ja, wir setzen KI bereits sehr umfangreich ein. Einerseits zugunsten der Kundinnen und Kunden, etwa in der Suche, im Chatbot oder auch bei personalisierten Artikelempfehlungen. Andererseits nutzen wir KI in den internen Prozessen zur Analyse, Demand Planning, Forecasting, Dokumentation sowie in der Entwicklung – Agentic Coding – und zur Effizienzsteigerung. Wir pflegen eine Kultur, in der wir sehr viel testen und so kontinuierlich dazulernen.
Mit welchen besonderen Herausforderungen im Bereich IT-Sicherheit hatten oder haben Sie zu tun und wie packen Sie diese an?
IT-Sicherheit ist eine Daueraufgabe. Die Bedrohungslage entwickelt sich laufend weiter, während unsere Systeme immer stärker vernetzt sind. Wir begegnen dem mit einem mehrschichtigen Sicherheitsansatz, einem internem Expertenteam, klaren Verantwortlichkeiten und einem hohen Bewusstsein in der gesamten Organisation. Security ist für uns kein isoliertes IT-Thema, sondern Teil unserer Unternehmenskultur.
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