Öffentlicher Veloverleih steht still

Darum lässt Swisscom in Bern das 3G-Netz auferstehen

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von René Jaun und dwi

Seit Anfang Jahr macht Swisscom schrittweise Schluss mit ihrem 3G-Handynetz. Doch die in Bern bereits erfolgte Abschaltung macht der Telko wieder rückgängig – zumindest vorübergehend. Grund ist eine Hundertschaft öffentlicher Fahrräder, deren Schlösser ohne 3G streiken.

(Source: freepik / freepik.com)
(Source: freepik / freepik.com)

Eigentlich sollte Schluss sein mit 3G – zumindest gemäss den Plänen von Swisscom. Der Telko kündigte bereits 2022 an, seine 3G-Sender per Ende 2025 abzuschalten; und tatsächlich ist das Unternehmen seit Anfang 2026 daran, das Netz offline zu nehmen.

Doch mit der Abschaltung ihres langsamsten mobilen Datennetzes brachte Swisscom den Langsamverkehr der Stadt Bern in Schwierigkeiten – gewissermassen gar zum Stillstand. Betroffen ist konkret der öffentliche Veloverleih, in der Stadt und Agglo Bern betrieben von Publibike, wie die " Berner Zeitung" berichtet. Demnach standen Hunderte Leihfahrräder seit Tagen nur noch herum. Der Grund: Die smarten Schlösser der Velos kommunizieren über 3G. Fehlt das Netz, bleiben sie verschlossen und die Velos lassen sich nicht mehr ausleihen.

Publibike hat die 3G-Abschaltung zwar auf dem Schirm und ist offenbar daran, die alten Veloschlösser schrittweise auszutauschen, wie Unternehmens-CEO Markus Bacher gegenüber der "Berner Zeitung" sagt. Doch offensichtlich, bemerkt die Zeitung, hätten die Verantwortlichen nicht damit gerechnet, dass Swissscom das Berner 3G-Netz so früh stilllegen würde. Ein Schelm, wer an dieser Stelle auf die offenbar auch wissenschaftlich nachgewiesene Langsamkeit der Berner hinweist.

Jedenfalls soll nun Swisscom für ein vorübergehendes Happy End sorgen: Der Telko fahre vorläufig sein 3G-Netz in Stadt und Agglomeration Bern wieder hoch. Damit funktionieren die alten 3G-Schlösser wieder und der Langsamverkehr kann weiter rollen. Derweil rüstet Publibike weiterhin Schlösser um. "Hü itze! Aber nume nid jufle!"

 

Weitere Merkwürdigkeiten aus der IT-Welt lesen sie übrigens auch in der Netzwoche-Rubrik "Curiosities". In der aktuellen Ausgabe lesen sie zum Beispiel von Gaming-Mäusen auf der Jagd nach Kills, von Rauchzeichen aus dem stillen Örtchen und von Frosch gewordenen Polizeibeamten.

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