Zahlen des Handelsverbands

Schweizer Onlinehandel wächst 2025 um 6 Prozent

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von Joël Orizet und NetzKI Bot und vgr

Der hiesige Onlinehandel hat 2025 erneut zugelegt und ein Volumen von 15,8 Milliarden Franken erreicht. Vor allem die Heimelektronik trieb das Wachstum von 6 Prozent an, während sich die Modebranche erstmals seit fünf Jahren erholte. Die grossen Marktplätze bauen ihre Vormachtstellung weiter aus.

(Source: png-jpeg-vector / stock.adobe.com)
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Der Onlinekonsum in der Schweiz nimmt weiter zu. Im vergangenen Jahr gaben Konsumentinnen und Konsumenten im E-Commerce insgesamt 15,8 Milliarden Franken aus, was einem Plus von 6 Prozent oder 0,9 Milliarden Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Davon entfielen 13 Milliarden auf Einkäufe bei inländischen Anbietern und 2,8 Milliarden Franken auf direkte Bestellungen im Ausland, wie eine Befragung des Handelsverbands Schweiz in Zusammenarbeit mit NIQ/GFK und der Post zeigt. 

Ein Säulendiagramm zeigt das Wachstum des Schweizer Onlinehandels von 7,8 Mrd. CHF im Jahr 2016 auf 15,8 Mrd. im Jahr 2025. Jeder Balken ist unterteilt in den höheren Inland- und den kleineren Auslandsumsatz.

Das Marktvolumen des Schweizer Onlinehandels ist in den vergangenen zehn Jahren von 7,8 auf 15,8 Milliarden Franken gestiegen. (Source: NielsenIQ, Handelsverband.swiss, Schweizerische Post)

Die Entwicklung verlief je nach Branche sehr unterschiedlich. Klarer Spitzenreiter ist die Heimelektronik mit einem Wachstum von 11 Prozent. Eine Überraschung lieferte die Modebranche: Angeführt vom Branchenprimus Zalando, verzeichnete sie nach fünf Jahren mit roten Zahlen wieder ein leichtes Plus von 2,5 Prozent. Auch die Sparten Baumarkt (+11 Prozent) und Wohnen (+8 Prozent) lagen deutlich im Plus.

Treemap-Grafik zur Branchenverteilung im Schweizer Onlinehandel 2025. Grösstes Segment ist Heimelektronik mit 28%, gefolgt von Fashion (16%) und Home & Living (15%).

Heimelektronik dominiert den E-Commerce: Mit einem Marktanteil von 28 Prozent ist sie die grösste Branche, gefolgt von Fashion (16 Prozent) und Home & Living (15 Prozent). (Source: NielsenIQ, Handelsverband.swiss, Schweizerische Post)

Die Zahlen bestätigen erneut die Vormachtstellung der grossen Marktplätze. Insbesondere Digitec Galaxus, aber auch Zalando und Ricardo bauen ihre Position weiter aus. Fast die Hälfte der 30 umsatzstärksten Onlineshops in der Schweiz sind mittlerweile Marktplätze.

Asiatische Konkurrenz spaltet die Händler

Die Konkurrenz durch asiatische Plattformen wie Temu oder Shein spüren laut der Umfrage bereits 41 Prozent der befragten Onlinehändler in ihrem Geschäftsverlauf. Die Mehrheit von 59 Prozent gab hingegen an, den Einfluss nur gering oder gar nicht wahrzunehmen. 

Unabhängig davon kritisiert der Handelsverband Schweiz ungleiche Wettbewerbsbedingungen. Er moniert, dass sich Plattformen aus Asien oft nicht an Schweizer Gesetze hielten oder keine vorgezogene Recyclinggebühr auf Elektronikartikel entrichteten. Der Verband fordert daher die Einführung einer Paketgebühr, um strengere Kontrollen finanzieren zu können.

Für das laufende Jahr 2026 rechnen die Studienautoren mit einem weiteren, moderateren Wachstum von rund 5 Prozent. Themen wie "AI-driven Commerce" mittels KI-Agenten, Social Commerce und der Ausbau von Multikanal-Angeboten dürften den Handel künftig weiter prägen.

Die Zahlen basieren auf einer Onlinebefragung unter den Mitgliedern des Handelsverbands sowie weiteren Onlinehändlern - insgesamt flossen laut NIQ/GFK die Daten von 350 Unternehmen in die Auswertungen ein. Der Erhebung fand zwischen Januar und Februar 2026 statt.


Der Ständerat fordert übrigens schärfere Regeln für Temu, Shein und Co. - mehr dazu lesen Sie hier

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