Ständerat fordert schärfere Regeln für Temu, Shein und Co.
Ausländische Onlinehändler sollen ihre Waren klarer kennzeichnen. Dies fordert der Ständerat von Plattformen wie Temu und Shein. Käuferinnen und Käufer sollen so auf einen Blick erkennen, ob ein Produkt hierzulande gar nicht verkauft werden dürfte.
Ausländische Onlineshops wie Temu und Shein sollen strengere Vorschriften bekommen und transparenter sein. Der Ständerat hat eine entsprechende Motion des St. Galler Ständerats Benedikt Würth mit 41 zu 0 Stimmen angenommen. Die kleine Kammer fordert darin, dass ausländische Onlineshops wie Temu und Shein ihre Waren klarer kennzeichnen müssen. Käuferinnen und Käufer sollen so direkt erkennen, wenn ein Produkt hiesigen Vorschriften nicht entspricht. Der Vorstoss geht nun an den Nationalrat.
Würth argumentiert, dass viele eingeführte Produkte nicht den Schweizer Vorschriften zu Produktsicherheit oder Umweltschutz entsprechen. Für Konsumentinnen und Konsumenten sei dies aber oft nicht erkennbar. Er fordert bei Nichteinhaltung der Regeln Bussen oder im Extremfall sogar die Sperrung von Websites.
Der Bundesrat hatte sich gegen die Motion ausgesprochen. Er argumentierte, ausländische Onlineshops müssten bereits heute Schweizer Standards erfüllen, wenn sie ihre Waren hierzulande anbieten. Eine zusätzliche Kennzeichnungspflicht widerspreche diesem Grundsatz. Entscheidend sei vielmehr die konsequente Durchsetzung der bestehenden Vorschriften.
Kritik an der Motion kommt auch vom Konsumentenschutz. Dessen Geschäftsleiterin Sara Stalder hält den Vorstoss für unnötig. Stattdessen müsse man die Kontrollen ausbauen, wie Stalder gegenüber "SRF" sagte. "Der Vollzug ist zu schwach. Die Kontrolle unterliegt den Kantonen, doch diese haben in den letzten Jahren die Kontrollstellen massiv abgebaut."
Der Ständerat hatte sich zuvor bereits für verstärkte Kontrollen von Kleinsendungen aus Asien ausgesprochen.
Temus Umsatz wächst in der Schweiz ungebremst
Währenddessen steigerte Temu im Jahr 2025 seinen Umsatz in der Schweiz um geschätzte 300 Millionen Franken. Das entspricht einem Gesamtumsatz von 1 Milliarde Franken, wie Carpathia schätzt. Zum Wachstum hätten vor allem die hohe Wiederkaufsrate und die gestiegene Warenkorbgrösse beigetragen. Pro Tag zählt Temu schätzungsweise 50’000 Bestellungen aus der Schweiz, so Carpathia weiter.
Übrigens: Schweizer Händler können seit September 2025 ihre Produkte auf Temu anbieten. Lesen Sie hier mehr dazu.
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