Bundesrat bündelt Daten zu übertragbaren Krankheiten
Der Bundesrat will eine digitale Plattform zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten aufbauen. Darauf sollen epidemiologische Informationen zusammengeführt und ausgewertet werden. Das Projekt, das Teil des Programms Digisanté ist, soll 45,3 Millionen Franken kosten.
Der Bundesrat hat das Projekt NASURE (National Surveillance and Response) gestartet. Es umfasst eine digitale Plattform, die alle Melde- und Überwachungssysteme für übertragbare Krankheiten zusammenführen soll, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt. Das Ziel sei, den Datenaustausch zwischen Gesundheitsinstitutionen und Behörden vollständig zu standardisieren und zu automatisieren.
Während der Covid-Pandemie vereinheitlichte das BAG laut Mitteilung aufgrund des dringlichen Bedarfs das entsprechende Meldesystem. Mit NASURE gehe man nun noch einen Schritt weiter, indem man alle aktuellen Systeme im Bereich übertragbarer Krankheiten neu aufsetze und zusammenführe. Künftig würden etwa Spitäler und Labore alle relevanten Daten an das BAG übermitteln, das diese dann analysiere und aufbereite. So profitieren gemäss Mitteilung schliesslich der Bund, die Kantone und weitere Akteure des Gesundheitswesens von den Daten, sodass Bedrohungen früher erkannt und Krankheitsausbrüche effektiver bekämpft werden können.
Bis Ende 2028 sollen die Grundfunktionalitäten der NASURE-Plattform stehen, wie das BAG schreibt. Der Fokus liege auf Modulen für das obligatorische Meldewesen, aber auch bestehende, überholte Systeme würden schrittweise digitalisiert, modernisiert und in NASURE integriert. In der zweiten Projektphase bis Ende 2034 kommen dann zusätzliche Funktionen dazu, etwa die Integration von Daten aus dem Abwassermonitoring und weiteren Quellen, wie es in der Mitteilung heisst.
Für das Projekt NASURE seien Kosten von 45,3 Millionen Franken geplant. Das Geld stammt gemäss BAG aus dem Topf im Umfang von 392 Millionen Franken, den das Parlament 2024 für das Programm Digisanté genehmigt hat. Dieses soll die digitale Transformation des Schweizer Gesundheitswesens vorantreiben. Abgesehen von NASURE gehören laut Mitteilung auch der Gesundheitsdatenraum Schweiz (Swiss HDS) und das Microdatacenter (MDC) zu den Kernprojekten von Digisanté.
Lesen Sie hier, weshalb es die Digitalisierung im Gesundheitswesen so schwer hat und wie Digisanté dabei helfen kann.
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