Google löscht Userdaten, die es im Inkoginto-Modus gesammelt hat
Google hat jahrelang Daten von Usern gesammelt, die im Inkognito-Modus mit Chrome unterwegs waren. Nach einem langen Rechtsstreit erklärt sich der Konzern nun bereit, die Daten zu löschen oder zu anonymisieren.
Wer im Inkognito-Modus mit Google Chrome surft, tut dies vollkommen anonym und hinterlässt keine digitalen Spuren - so lautet ein weit verbreiteter Irrglaube. Zwar speichert Chrome in diesem Modus keine Browser- und Suchverläufe - das heisst jedoch noch lange nicht, dass Google nicht mitliest.
Just deshalb sieht sich der Tech-Konzern in den USA mit einem Rechtsstreit konfrontiert, wie "Heise" berichtet. Google habe Daten seiner User gespeichert, während diese - unter der Annahme, sie wären privat im Internet - im Inkognito-Modus unterwegs waren. Der Konzern erklärte sich nun bereit, Milliarden solcher Datensätze zu löschen oder zumindest zu anonymisieren, wie es weiter heisst. Dies gehe aus einem Vergleich für eine Sammelklage hervor. Der Konzern verpflichte sich ausserdem dazu, für fünf Jahre die Cookies von Drittanbietern im Inkognito-Modus standardmässig zu blockieren. Der eingereichte Vergleich sieht laut "Heise" keinen Schadenersatz für die Kläger vor.
Daten im Wert von 5 Milliarden US-Dollar
Der Vergleich, der in der Rechtssache Brown vs. Google in Kalifornien eingereicht wurde, sieht ausserdem vor, dass Google in Zukunft offenlegt, wie es im Inkognito-Modus Daten sammelt, und insgesamt weniger Daten erfasst, wie "Heise" ausführt. Ein kalifornisches Bundesgericht müsse den Vergleich noch genehmigen, dann könne er für 136 Millionen Google-Nutzende gelten.
Der aktuelle Vorschlag soll einen Wert von fünf Milliarden US-Dollar haben. Das sei der Wert der bereits gesammelten, zu löschenden Daten sowie jener Daten, die Google in Zukunft nicht mehr erfassen dürfe. Eine Gruppe von Usern hatte Google 2020 wegen Trackings ihrer Inkognito-Aktivitäten auf dieselbe Summe verklagt. Nach einem langen Hin und Her musste sich Google einem Prozess stellen.
"Dieser Vergleich gewährleistet eine echte Rechenschaftspflicht und Transparenz des weltweit grössten Datensammlers und stellt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung und Wahrung unseres Rechts auf Privatsphäre im Internet dar", werden die Kläger zitiert.
Übrigens: Ende Februar 2024 reichte ein Kollektiv grosser Medienverlage, darunter Ringier, eine Sammelklage gegen Google ein. Worum es ging, lesen Sie hier.
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