Mobilezone steigert Gewinn trotz tieferem Vertragsvolumen
Der Zuger Mobilfunkkonzern Mobilezone weist für 2025 ein Rekordergebnis im Schweizer Geschäft aus. Der operative Gewinn stieg um über 20 Prozent. Das Unternehmen verzeichnete allerdings ein tieferes Vertragsvolumen, baute leicht Personal ab und schloss Filialen.
Der Handyverkäufer Mobilezone hat nach dem Verkauf seines Deutschlandgeschäfts für das verbleibende Schweizer Geschäft ein operatives Rekordergebnis für 2025 vorgelegt. Während der Umsatz nur leicht um 0,4 Prozent auf 274 Millionen Franken zulegte, sprang der Betriebsgewinn (EBIT) um 21,7 Prozent auf 36,5 Millionen Franken. Dies verbesserte die EBIT-Marge von 11 auf 13,3 Prozent.
Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, war das Vertragsvolumen im wichtigen Retail-Geschäft leicht rückläufig. Mobilezone schreibt dazu, dieser Rückgang sei durch verbesserte Margen pro Abschluss kompensiert worden. Auch der Zubehörumsatz sank von 24,5 auf 23,1 Millionen Franken. Gleichzeitig verkleinerte das Unternehmen sein Filialnetz in der Schweiz von 127 auf 125 Standorte. Der durchschnittliche Personalbestand sank ebenfalls leicht um 15 Vollzeitstellen auf 625 Mitarbeitende.
Kasse nach Deutschland-Verkauf gefüllt
Der strategische Fokus von Mobilezone hat sich mit der Veräusserung der deutschen Tochtergesellschaften an Freenet per Ende 2025 grundlegend geändert. Dieser Schritt spülte dem Unternehmen einen Nettogeldzufluss von 182,8 Millionen Franken in die Kasse.
Dadurch konnte der Mobilfunkkonzern seine Finanzlage sanieren: Eine Nettoverschuldung von 89,2 Millionen Franken per Ende 2024 wandelte sich in eine Netto-Cash-Position von 66,5 Millionen Franken per Ende 2025. Das Geld will Mobilezone eigenen Angaben zufolge für Zukäufe in der Schweiz und zur Stärkung der Bilanz verwenden.
Wachstum bei Billig-Abos und gebrauchten Geräten
Wachstumstreiber für den Konzern sind nun Nischensegmente. Das Geschäft mit den eigenen Mobilfunkmarken Talktalk und Digital Republic (MVNO), die das Sunrise-Netz nutzen, legte zu. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um rund 20 Prozent auf 45,9 Millionen Franken, die Kundenzahl wuchs um 21,2 Prozent auf knapp 220'000.
Das Geschäft mit gebrauchten und wiederaufbereiteten Smartphones legte deutlich zu. Unter der Marke "Jusit" steigerte das Unternehmen den Verkauf solcher Geräte um über 40 Prozent auf 22'900 Stück.
Für die Aktionäre soll sich die Neuausrichtung auszahlen. Der Verwaltungsrat beantragt eine unveränderte Dividende von 90 Rappen pro Aktie. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Mobilezone mit einem EBITDA zwischen 40 und 47 Millionen Franken. Bis 2028 soll dieser Wert durch organisches und anorganisches Wachstum in der Schweiz auf 70 Millionen Franken ansteigen.
Übrigens: Sunrise setzte im Geschäftsjahr 2025 leicht weniger um, verdiente aber operativ etwas mehr. Und bei der Swisscom hinterliess die Übernahme von Vodafone Italia Spuren in der Bilanz: Während der Umsatz aufgrund des Zukaufs stieg, brach der Reingewinn um fast 18 Prozent ein.
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