Vor potenziellem Börsengang

OpenAI will ChatGPT an Bedürfnisse von Geschäftskunden anpassen

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von Tobias Seefeld und cka

OpenAI plant, ChatGPT von Grund auf zu überarbeiten und mehr auf Geschäftskunden auszurichten. Damit nimmt sich das KI-Unternehmen ein Vorbild am Konkurrenten Anthropic. Die Änderungen geschehen wohl mit Blick auf den Börsengang, den der ChatGPT-Entwickler dieses Jahr vollziehen dürfte.

(Source: Timon / AdobeStock.com)
(Source: Timon / AdobeStock.com)

OpenAI plant eine Neuausrichtung für ChatGPT. Der Chatbot soll zu einer "Superapp" werden, die KI-Agenten und Programmierwerkzeuge verbindet, wie "Financial Times" (Paywall) unter Berufung auf aktuelle und ehemalige OpenAI-Mitarbeitende berichtet. Das KI-Unternehmen orientiere sich dabei am Geschäftsmodell seines Konkurrenten Anthropic, das stärker auf Geschäftskunden ausgerichtet sei.

"Der Chat ist tot", zitiert "Financial Times" einen langjährigen OpenAI-Mitarbeitenden. Damit sei gemeint, dass das Unternehmen den Fokus künftig eher auf den Coding-Assistenten Codex legen wolle als auf den Chatbot, der die Welt 2022 im Sturm eroberte. Die meisten User nutzen laut "Financial Times" die Gratis-Version von ChatGPT, während Firmen für Codex bezahlen. Deshalb würden die Entscheidungsträger bei OpenAI den Chatbot mittlerweile nur noch als Einstiegsprodukt ansehen, das User zu den kostenpflichtigen Produkten führen soll.

Die gewinnorientierte Strategie kommt nicht überraschend angesichts des Börsengangs, der OpenAI vermutlich bevorsteht, wie "Financial Times" weiter schreibt. "Investoren legen mehr Wert auf Geld als auf Träume", zitiert die Zeitung Jenny Xiao, ehemalige Forscherin bei OpenAI. Daher liege es nahe, dass das Unternehmen gerade jetzt stärker auf Funktionen setze, an denen zahlende Geschäftskunden interessiert seien.

Das Interface von ChatGPT führe User künftig vermehrt hin zu Tools für Coding und Bildgenerierung sowie zu agentischen Partner-Apps. So will OpenAI gemäss "Financial Times" einen KI-Assistenten schaffen, der User in den verschiedensten Situationen unterstützen kann. Und das sei nur der erste Schritt in Richtung einer "allgemeinen künstlichen Intelligenz". Alex Embiricos, Head of Enterprise Product bei OpenAI wird dazu wie folgt zitiert: "Wahrscheinlich wird es eine einzige Instanz geben, mit der ich sprechen kann und die alles tun kann, was ich brauche."

 

Übrigens: Anthropic erzielte kürzlich erstmals eine höhere Bewertung als OpenAI. Auch der Claude-Entwickler will wohl dieses Jahr an die Börse gehen, wie Sie hier lesen können.

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