Update: Geplante Bundesrats-App kostet 3,5 Millionen Franken
Der Bund hat den Auftrag für die geplante Bundesrats-App vergeben. Die Agentur Apps with love soll den neuen Kommunikationskanal für 3,5 Millionen Franken entwickeln. Die App soll die Bevölkerung direkt erreichen, stösst aber bei der SVP wegen der befürchteten staatlichen Informationshoheit auf Kritik.
Update vom 29.06.2026: Der Bund treibt die geplante Bundesrats-App voran. Wie der "Blick" berichtet, hat die Berner Agentur Apps with love den Auftrag für die Entwicklung erhalten. Das Projekt kostet rund 3,5 Millionen Franken. Der Zuschlag ist laut Bericht allerdings noch nicht rechtskräftig. Die Entwicklung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Mit der App wollen Bundesrat und Bundesverwaltung ihre Mitteilungen künftig auch direkt verbreiten und unabhängiger von Plattformen wie Facebook, Instagram oder X kommunizieren. Vor allem im Krisenfall sowie bei Desinformations- und Beeinflussungskampagnen wollen sie die Bevölkerung direkt erreichen.
Politisch stösst das Vorhaben jedoch auf Kritik. Der Solothurner SVP-Nationalrat Rémy Wyssmann habe die App als "Propaganda-Instrument" des Bundesrats bezeichnet. Er warnt vor einer wachsenden Macht der Exekutive und kritisiert, dass die Information durch den Bundesrat "nie unabhängig" sei.
Laut "Blick" verweist die Bundeskanzlei auf eine GFS-Bern-Studie aus dem Jahr 2022. Diese kam zum Schluss, dass sich rund 70 Prozent der Bevölkerung für einen solchen Kanal interessieren würden. Gut 5 Millionen Menschen in der Schweiz kämen demnach als potenzielle Nutzerinnen und Nutzer infrage.
App-Entwickler Philip Schönholzer bezeichnete die Kosten von 3,5 Millionen Franken gegenüber dem "Blick" als realistisch. Darin seien neben der Entwicklung nämlich auch Support und Weiterentwicklung über 10 Jahre enthalten.
Originalmeldung vom 25.06.2025:
Bald kommt die Bundesrats-App
Der Bundesrat soll seine eigene App erhalten. Nach einer Konzeptphase gibt der Bundesrat nun grünes Licht für die Realisierung des Projekts, wie er in einer Mitteilung schreibt.
Die App sieht der Bundesrat als zentrale Anlaufstelle für die offiziellen Informationen von Bundesrat und Bundesverwaltung, während aktuell das Informationsangebot auf verschiedene Kanäle und Webseiten verteilt sei.
Neue Inhalte für die App soll es aber nicht geben: Vielmehr soll sie das neue Redaktionssystem des Bundes nutzen, das die mehrfache Verwendung bereits aufbereiteter Informationen auf weiteren Kanälen erlaube, schreibt der Bundesrat. Das neue Angebot werde mit bestehenden personellen Ressourcen umgesetzt.
"Als vertrauenswürdige Quelle zu Geschäften und Entscheiden der Regierung stellt die App die wichtigsten und neuesten Informationen des Bundesrates in den Vordergrund", heisst es weiter. Vor dem Hintergrund von Beeinflussungs- und Desinformationskampagnen und der Kommunikation im Krisenfall übernehme die App eine wichtige Aufgabe. Sie ermögliche einen schnellen, sicheren, unabhängigen und vertrauenswürdigen Informationskanal zur Bevölkerung. Zudem zeige die Bevölkerung Interesse an einer solchen App, schreibt der Bundesrat weiter und beruft sich dabei auf eine Umfrage, die er während der Konzeptphase durchführen liess. Aufbauend auf den Ergebnissen der Konzeptstudie leitet die Bundeskanzlei nun die Realisierung ein.
Mit "Alertswiss " betreibt der Bund eine App zur Alarmierung der Bevölkerung. Künftig will die Regierung solche Alarme auch über eine Art SMS verschicken. Details dazu erfahren Sie hier.
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