Schweizer Unternehmen baut Gravitationsspeicher in China
Das Tessiner Unternehmen Energy Vault hat in China einen 150 Meter hohen Turm gebaut, der Energie mittels Betongewichten speichert. Er soll eine Kapazität von bis zu 100 Megawattstunden erreichen und einen Wirkungsgrad von rund 80 Prozent erzielen. Einmal aufgeladen, kann der Gravitationsspeicher Strom mit einer Leistung von 25 Megawatt ins Netz abgeben.
Energy Vault hat in der ostchinesischen Stadt Rudong den ersten kommerziellen Gravitationsspeicher fertiggestellt. Das Unternehmen stammt aus dem Kanton Tessin und verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, Betontürme als Superbatterien zu nutzen. Nun hat Energy Vault seinen Plan in die Tat umgesetzt und einen 150 Meter hohen Turm errichtet, der mittels Betongewichten bis zu 100 Megawattstunden Energie speichern kann, wie "Golem" berichtet.
Rund um Rudong gibt es demnach zahlreiche Windparks. An Tagen mit viel Wind nutzt die Anlage überschüssigen Strom, um die Betonwürfel im Turm nach oben zu ziehen. Lässt der Wind nach, senkt das System die Gewichte wieder ab und treibt so einen Generator an, der Strom erzeugt. Dabei erreicht die Anlage laut "Golem" eine Leistung von 25 Megawatt - das entspricht etwa der Leistung von fünf grossen Windrädern an Land. Derzeit plant China neun weitere Gravitationsspeicher mit einer Gesamtkapazität von 3,7 Gigawattstunden.
Zukunftsweisend oder überteuert?
Auf seiner Website hebt Energy Vault hervor, dass der Speicher voraussichtlich 35 Jahre lang betrieben werden kann. Auch den Wirkungsgrad von 80 Prozent betont das Unternehmen - diesen Wert stellt "Golem" jedoch infrage. Der Bericht verweist auf Übertragungs- und Umwandlungsverluste, wodurch die tatsächliche Effizienz tiefer ausfallen dürfte. Zudem vergleicht "Golem" den Gravitationsspeicher mit Batterien, die einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreichen.
Weiter zeigt "Golem" auf, weshalb sich solche Energiespeicher ausserhalb Chinas kaum wirtschaftlich betreiben liessen: Primär sei der Beton zu teuer - nur schon die Gewichte hätten eine Gesamtmasse von 370’000 Tonnen, was über 10 Millionen Euro koste. Für diesen Preis erhält man laut "Golem" effizientere Batterien mit vergleichbarer Kapazität und Lebensdauer. Zudem gibt es in der Schweiz bereits mehrere Pumpspeicherkraftwerke - Linth-Limmern etwa verfügt über eine Energiekapazität von 33 Gigawattstunden, also das 330-fache des Turms in Rudong.
Insbesondere im Zusammenhang mit Rechenzentren ist Energieeffizienz heute ein grosses Thema. Anfang Mai 2026 behandelte Netzmedien diese Problematik in einem Webinar - lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.
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