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So will Dogsy den Hundealltag in einer Plattform bündeln

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von Marc Landis und jor

Eine Hundesalon-Gründerin und ein IT-Unternehmer aus der Ostschweiz bauen gemeinsam eine Plattform für den Hundealltag. Dogsy verbindet Betreuung, Gesundheitsdaten und Warnmeldungen für Hundebesitzer. Die Idee stammt aus St. Gallen, die Ambition ist international.

Dogsy-CEO Nadine Fässler und CTO Josip Sunic stehen mit ihrem Know-how aus IT- und Hundewelt hinter Dogsy. (Source: zVg)
Dogsy-CEO Nadine Fässler und CTO Josip Sunic stehen mit ihrem Know-how aus IT- und Hundewelt hinter Dogsy. (Source: zVg)

Ein Betreuungsgesuch hier, der Impfpass dort, eine Warnung vor Blaualgen in einem weiteren Kanal: Wer einen Hund hält, verteilt viele Aufgaben und Informationen auf verschiedene On- und Offline-Dienste. Dogsy will dieses Puzzle des Hundealltags für Frauchen und Herrchen in einer Plattform zusammenführen. Hinter dem Projekt stehen zwei Menschen aus unterschiedlichen Berufswelten, die privat eine Familie bilden: Nadine Fässler, Gründerin des St. Galler Hundesalons Pretty Wau, und Josip Sunic, Gründer und früherer CEO des ehemaligen Herstellers lüfterloser PCs Prime Computer.

Fässler, die laut Dogsy berufsbegleitend Hundeverhaltenstherapie studiert, hat die Plattform aus dem Wunsch heraus gegründet, Wissen und praktische Hilfe für Hundebesitzer ohne Zugangshürden verfügbar zu machen. "Dogsy ist entstanden, weil ich möglichst vielen Hundehaltern – und vor allem ihren Hunden – helfen will. Hilfe rund um den Hund soll allen offenstehen, ohne Gebühren, ohne Provision und ohne Kleingedrucktes", sagt die Gründerin und Geschäftsführerin.

Entrepreneur und Gründer verschiedener Hardware- und Software-Start-ups, Josip Sunic, der in der IT-Branche kein Unbekannter ist, bringt die technische Perspektive ein. Mit 22 Jahren gründete er 2013 in St. Gallen sein erstes Unternehmen, Prime Computer, und führte es bis Anfang 2019. 2022 übernahm die mittlerweile eingegangene PCP-Gruppe, Muttergesellschaft von Steg Electronics, Prime Computer.

Eine Plattform für Betreuung und Alltag

Seit September ist nun die Hundeplattform Dogsy im Web sowie als App für iPhone und Android verfügbar. Das Projekt startete weltweit in 44 Sprachen. Im Kern ist Dogsy ein Marktplatz für Gassi-Service, Hundesitting sowie Tages- und Ferienbetreuung. Professionelle und freiwillige Betreuungspersonen könnten Angebote einstellen, während Halterinnen und Halter Gesuche veröffentlichten.  

So sieht die Benutzeroberfläche der Dogsy-App für iPhone aus. (Source: Netzmedien)

Dogsy setzt dabei auf Beziehungen, die vor dem ersten Einsatz entstehen sollen. Über einen integrierten Messenger könnten sich die Beteiligten austauschen sowie Video- und Sprachanrufe tätigen. Eine digitale Gesundheitsakte für Hunde mit Impfpass und Gesundheitsterminen lasse sich innerhalb des Dienstes teilen. Wer eine dauerhafte Betreuung suche, könne über die Plattform zudem eine Hunde-Patenschaft vereinbaren.

Warnungen vor Blaualgen und Giftködern

Auch während eines Spaziergangs soll die Verbindung bestehen bleiben. Die App kann demnach Routen aufzeichnen und auf Wunsch den Live-Standort übermitteln. Ergänzt wird das Angebot durch einen Guide für hundefreundliche Orte, Veranstaltungen, kantonale Hunderegeln sowie Bereiche für Tierheime, Tierschutz und Spendenanfragen. Unter dem Namen "Dogsygram" betreibt das Unternehmen ausserdem einen Foto- und Video-Feed.

Einen weiteren Schwerpunkt legt Dogsy auf Warnmeldungen, etwa vor Blaualgen in Gewässern, die für Hunde tödlich sein können. Die zuständigen Behörden könnten Warnungen vor den giftigen Bakterien über ein separates Portal erfassen, schreibt das Unternehmen. Die Meldungen erreichen die Dogsy-User dann in Echtzeit im betroffenen Gebiet. Warnungen vor den besonders perfiden Giftködern, die Hundehasser auslegen, erfassen die App-Nutzer der Dogsy-Community hingegen selbst.

Technik

Technisch beruht Dogsy auf Next.js und React für Website, Web-App sowie Firmen- und Behördenportal. Die mobilen Anwendungen setzten die Entwickler mit React Native und Expo um. Web und App teilen sich Programmlogik und Übersetzungen.

Die PostgreSQL-Datenbank stehe in Zürich, und die Daten würden nach dem Schweizer Datenschutzgesetz bearbeitet, schreibt Dogsy in seiner Dokumentation. Row-Level Security regelt demnach auf Datenbankebene, welche Datensätze einzelne Personen lesen oder verändern dürften. Dogsy zufolge sind Chats deshalb ausschliesslich für die Beteiligten einsehbar, aber nicht für das eigene Team. Übertragung und Speicherung sind verschlüsselt. Für das Firmenportal und die interne Verwaltung kommt eine Zwei-Faktor-Anmeldung zum Einsatz.

Bilder und Videos durchlaufen zunächst eine KI-gestützte Moderation und werden anschliessend vom Dogsy-Team geprüft. Das Unternehmen gibt zudem an, Betriebsfehler automatisiert zu erkennen und mit einer eigenen KI-Lösung zu analysieren und zu beheben. Profile würden geprüft.

In 44 Sprachen verfügbar

Die Mehrsprachigkeit von Dogsy unterstreicht die internationalen Wachstumsambitionen der Plattform. Dogsy soll Unternehmen aus der Hundebranche mit personalisierten, KI-erstellten Kampagnen in deren jeweiliger Sprache ansprechen. Für Privatpersonen bleibe die Plattform kostenlos und ohne Abonnement. Auch auf vermittelte Betreuungsleistungen will Dogsy keine Provision erheben; Hundesitter legen ihre Tarife für die Betreuung der Vierbeiner selbst fest.

Finanzieren will sich Dogsy über Werbung. Unternehmen könnten über ein Self-Service-Portal Anzeigen auf Klickbasis buchen und ein kostenloses Firmenprofil anlegen. Die Werbeeinschaltungen sollen demnach thematisch ausgerichtet sein und keine persönlichen Userdaten auszuwerten. Den Markt beziffert das Unternehmen mit rund 490 Millionen Hunden weltweit, davon rund 550'000 in der Schweiz.

 

Apropos Apps: Wer am 11. November noch nichts anderes vorhat, sollte sich den Schweizer App-Event des Jahres "Best of Swiss Apps" nicht entgehen lassen. Tickets und Tischreservationen hier.

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