Zürich beschafft Geschäftsverwaltungslösung für fast 4,4 Millionen Franken
Der Kanton Zürich standardisiert seine elektronische Geschäftsverwaltung weiter und setzt dabei weiterhin auf CM Informatik. Der Regierungsrat bewilligt für die kommenden acht Jahre bis zu 4,4 Millionen Franken. Eine öffentliche Ausschreibung gibt es nicht.
Der Kanton Zürich hält an der Geschäftsverwaltungssoftware des Schweizer Anbieters CM Informatik (CMI) fest. Der Regierungsrat hat einen neuen Rahmenvertrag für die Lizenzierung, Aktualisierung und Unterstützung der Software bewilligt. Der Auftrag geht freihändig an das Unternehmen mit Sitz in Schwerzenbach. Der Vertrag hat eine Laufzeit von zunächst vier Jahren ab Januar 2027 und kann danach um bis zu vier weitere Jahre verlängert werden.
Für die maximal achtjährige Vertragsdauer bewilligt der Regierungsrat Ausgaben von rund 4,4 Millionen Franken. Die eigentliche Vergabesumme beträgt zunächst rund 3,73 Millionen Franken. Der höhere Betrag berücksichtigt zusätzliche Lizenzen und die mögliche Aufnahme weiterer Verwaltungseinheiten.
Weniger Kosten dank Lizenzbündelung
Mit dem inzwischen auf der Plattform Simap veröffentlichten Zuschlag schliesst Zürich mit CMI einen neuen Rahmenvertrag ab. Die Verwaltung führt darin verschiedene bisherige Einzelvereinbarungen zusammen. Die zentrale Verwaltung übernimmt der Anfang 2025 aufgebaute CMI-Service der Staatskanzlei. Dieser ist unter anderem für das Lizenzmanagement, den Support und die Aktualisierung der Software zuständig.
Durch die Bündelung konnten die bisherigen Lizenzkosten um rund 17 Prozent gesenkt werden, wie der Regierungsrat feststellt. Für 2026 entspricht dies einer Einsparung von knapp 42'000 Franken gegenüber den bisherigen Kosten.
Gleichzeitig wird der Einsatz der Software ausgeweitet. Ab 2027 führen auch die Sicherheitsdirektion, die Volkswirtschaftsdirektion und das Verwaltungsgericht CMI als Geschäftsverwaltungslösung ein. Zudem nimmt die Staatskanzlei einen zusätzlichen Mandanten namens axiomaEgov in Betrieb.
Nicht sämtliche Direktionen nutzen allerdings die Software von CMI. Die Gesundheitsdirektion und die Baudirektion setzen weiterhin auf individuelle Geschäftsverwaltungslösungen.
Anbieterwechsel wäre zu aufwendig
Dass der Kanton auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet, begründet der Regierungsrat mit der bestehenden IT-Landschaft. Die Software von CMI sei technisch, organisatorisch und betrieblich eng in die Verwaltungsprozesse integriert. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter "würde umfangreiche Migrationen, Anpassungen bestehender Fachanwendungen sowie erhebliche betriebliche und technische Risiken verursachen", heisst es im Beschluss. Ein Systemwechsel wäre somit mit unverhältnismässigen finanziellen und organisatorischen Aufwänden verbunden. Der Regierungsrat kommt deshalb zum Schluss, dass aufgrund der bestehenden Systemabhängigkeiten nur CMI als Anbieter infrage komme und keine angemessene Alternative bestehe.
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