Knatsch zwischen Telkos und Huawei?

Nicht zufrieden mit Huawei?

Uhr | Aktualisiert

Die Zusammenarbeit zwischen Huawei und Sunrise scheint nicht optimal zu verlaufen.

Sunrise und Swisscom sind mit den Leistungen von Huawei nicht zufrieden. Dies schreibt die NZZ am Sonntag (NZZaS) in einem aktuellen Bericht ihrer Printausgabe. Huawei agiert seit letztem Jahr als Technologiepartner für Sunrise und unterstützt Swisscom als Netzausrüster im Glasfaserausbau.

Die Frage, ob Sunrise den Bericht der NZZaS bestätigen könne, beantwortet die Medienstelle von Sunrise auf Anfrage nicht, dementiert den Artikel aber auch nicht. Sunrise habe sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden in Zukunft "ein erstklassiges Netz mit dem besten Service zur Verfügung zu stellen", schreibt Mediensprecher Roger Schaller in einer Stellungnahme.

Und weiter: "Im Zusammenhang mit dem Managed-Service-Vertrag zwischen Sunrise und Huawei gibt es einen laufenden Prozess zur Optimierung der vertraglich festgelegten Dienstleistungen." Dies beinhalte unter anderem die Verbesserung der Lieferung der Dienstleistungen, der Prozessabläufe sowie der gesamten Rahmenbedingungen. Bezüglich dieses Optimierungsprozesses gebe es regelmässige Treffen und selbstverständlich auch diverse Korrespondenz, so Schaller.

Swisscom hingegen bestätigt den Artikel nicht. Mediensprecher Carsten Roetz schreibt in einer Stellungnahme, die Zusammenarbeit mit Huawei verlaufe gut und der Ausbau von Glasfaser bis kurz vor die Gebäude (Fibre to the Street) mit der Technologie von Huawei schreite voran.

Huawei selbst hat sich gegenüber der Redaktion noch nicht zu den Vorwürfen geäussert.

Verschiedene Baustellen

Ob die Vorwürfe nun gerechtfertig sind oder nicht: Tatsache ist, dass Huawei auch an anderen Orten mit Baustellen zu kämpfen hat. In der Schweiz geriet das Technologieunternehmen unter Beschuss, weil Huawei Schweiz an seinem Standort in Dübendorf mehrere Mitarbeiter ohne die nötigen Bewilligungen beschäftigt hatte. Die Geschichte endete in einer Razzia, Huawei gelobte daraufhin Besserung.

Zudem hatte die EU-Kommission letztes Jahr in einem internen Bericht die Telekommunikationshardware der chinesischen Unternehmen Huawei sowie auch ZTE als Sicherheitsrisiko bezeichnet. Dies, nachdem auch der US-Kongress die beiden Unternehmen als Gefahr für die USA eingestuft hatte, weil er Wirtschaftspionage befüchtete. Huawei verkündete daraufhin, den USA den Rücken kehren zu wollen.

Huawei will wachsen

Eigentlich will Huawei in den nächsten fünf Jahren in Europa 5'500 Jobs schaffen. Das berichtet Chinadaily USA in einem Bericht von heute und bezieht sich dabei auf die Aussagen von Patrick Zhang, President of Marketing and Solutions der Huawei Enterprise Business Group. Wenn Huawei in Europa erfolgreich sein könne, habe das Unternehmen auch im globalen Wettbewerb mehr Chancen, so Zhang weiter.

Immerhin hat Huawei das Geschäftsjahr 2012 mit einem Gewinnplus abgeschlossen und in der Region EMEA die höchsten Umsätze erzielt. Es besteht also noch Hoffnung, dass es mit der Expansion in Europa doch noch klappen könnte.

Update: Huawei hat als Antwort die genau gleiche Stellungnahme verschickt wie Sunrise ("Im Zusammenhang mit dem Managed Service Vertrag zwischen Sunrise und Huawei (...) selbstverständlich auch diverse Korrespondenz.")

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