Rechenzentrum der Zukunft

RZ mit Stromproduktion auf Algenbasis

Uhr | Aktualisiert

Der deutsche Partner von Schneider Electric, Prior1, hat ein Konzept eines Rechenzentrums entwickelt, bei dem der benötigte Strom mit der Hilfe von Algen erzeugt wird. Prior1 ist für dieses Konzept auf dem Partner Summit im Juni in Athen mit dem "Best Innovator Award" ausgezeichnet worden. Das Konzept würde sich auch für die Schweiz eignen.

Das "algenative" Rechenzentrum. (Quelle: Schneider Electric)
Das "algenative" Rechenzentrum. (Quelle: Schneider Electric)

Rechenzentren sind wahre Energiefresser. Allein für die Kühlung der Systeme werden unzählige Kilowattstunden Strom verbraucht. Um die Stromproduktion umweltfreundlicher zu gestalten, hat Prior1, ein deutscher Partner von Schneider Electric, ein Konzept eines etwas anderen Rechenzentrums ausgearbeitet. Das "algenative" Rechenzentrum, wie es in einer Pressemitteilung genannt wird, verwendet Algen für die Stromerzeugung.

Algen produzieren Methangas

Ermöglicht werden soll dies durch Paneele an den sonnenzugewandten Teilen der Fassade, in denen eine mit Algen gesättigte Flüssigkeit zirkuliert. Da die Algen in den Paneelen für den Betrieb der geplanten Zwei-Megawatt-Anlage nicht ausreichen, sollen im Keller des Gebäudes weitere Tanks mit Algen installiert werden.

Die Algen binden unter anderem Kohlenstoffdioxid (CO2) für ihre Wachstumsprozesse. Dabei geben sie Methan ab, welches dann in zwei Blockheizkraftwerken als Brennstoff verwendet werden soll. Mit der Abwärme des Rechenzentrums sollen dann wiederum die Algentanks beheizt werden. Denn die kleinen grünen Helfer fühlen sich bei Temperaturen zwischen 35 und 38 Grad Celsius am wohlsten.

Vertikale Landwirtschaft

Die Stromproduktion mit Hilfe der Algen ist aber noch nicht alles. Das Konzept sieht auch Flächen für vertikale Landwirtschaft vor – sogenanntes Vertical Farming. Auf diese Weise soll der Stadt, in der das Zentrum dereinst entsteht, die entzogene Fläche zurückgegeben werden. Die Biomasse aus der Algenproduktion soll zudem zu Biokunststoffen veredelt werden können, die biologisch abbaubar sind.

Dank der vertikalen Bauweise und dem autarken Heizsystem soll das Projekt in praktisch jeder Klimazone und vor allem auch in dicht besiedelten Regionen realisierbar sein. Damit wäre ein derartiges Rechenzentrum auch für die Schweiz denkbar.

Prior1 ist für das Konzept auf dem Partner Summit im Juni in Athen mit dem "Best Innovator Award" ausgezeichnet worden. Ziel von Schneider Electric ist es, besonders innovative Partner zu ehren und im Gegenzug die Technologie für das Rechenzentrum von morgen weiterzuentwickeln.

Webcode
T4RD3o9b

Kommentare

« Mehr