Offizielle Einweihung

Swisscom eröffnet "modernstes RZ der Schweiz"

Uhr | Aktualisiert

Swisscom hat am Dienstag in Bern-Wankdorf ein neues Rechenzentrum eingeweiht. In den nächsten Wochen sollen die ersten Server einziehen.

(Quelle: nilssandmeier.com)
(Quelle: nilssandmeier.com)

Swisscom hat am Dienstag offiziell ein neues Rechenzentrum in Bern-Wankdorf eröffnet. Bevor die Besucher in Gruppen das (noch) leere RZ besichtigen konnten, referierten unter anderem Swisscom-CEO Urs Schaeppi, Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher und Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät.

In etwas gar blumigen Reden wiesen sie darauf hin, wie wichtig es sei, ein sicheres und modernes RZ zu haben, das Bestwerte in der Energienutzung erreiche und der steigenden Datennutzung gerecht werden könne.

2 Jahre Bauzeit, 60 Millionen Franken

In einem haben die drei allerdings recht - verstecken muss sich das neue RZ Wankdorf nicht. Es ist das grösste von insgesamt 24 Rechenzentren, die Swisscom in der Schweiz betreibt und nach eigenen Angaben auch das modernste RZ der Schweiz. Die Bauzeit dauerte zwei Jahre, der Neubau kostete rund 60 Millionen Franken.

In den nächsten Wochen werden die ersten Server eingebaut und bis Ende Jahr soll das RZ seinen vollen Betrieb aufnehmen und 5'000 Server mit etwa 10'000 Kundensystemen beherbergen. Die Sicherheits-Mechanismen, die den Zutritt von Personen und Waren regeln, sollen strenger sein als diejenigen eines modernen Flughafens, wie es bei der Führung durch das Gebäude hiess. Zudem verfügt das RZ über eine Tier-IV-Zertifizierung für die optimale Verfügbarkeit der Daten und Systeme.

Modularer Aufbau

Das neue RZ ist modular aufgebaut und erweiterbar. Der Erstausbau umfasst vier Module mit Zugangsbereich für Personen- und Warenfluss. Swisscom kann das Gebäude bedarfsweise auf maximal sieben Module erweitern. Der derzeitige Energieverbrauch beläuft sich laut Urs Schaeppi auf die Grösse einer Kleinstadt von etwa 15'000 Einwohnern, was etwa der Grösse von Burgdorf entspricht. Nach dem Endausbau wird der Energiebedarf in etwa der Stadt Dübendorf entsprechen, die rund 25'000 Einwohner aufweist.

Der tiefe PUE-Wert von 1,2 ist laut Robert Lehmann von Swisscom teilweise auf ein hybrides Kühlsystem zurückzuführen. Gekühlt werde über Umluft, an heissen Sommertagen zusätzlich durch die Verdunstung von Regenwasser. Zudem sei es in den Wärmeverbund der Stadt Bern eingebunden und beheize mit seiner Abwärme direkt Wohnungen und Büros in der Nachbarschaft. 84 Prozent der im RZ Wankdorf eingesetzten Energie wird somit in Rechenleistung umgesetzt.

Motoren wie in einem Schiff

Bei einem Stromausfall kann das Gebäude rund 72 Stunden bei Voll-Leistung betrieben werden, wie Beat Murbach von Swisscom erklärte. Das Rechenzentrum verfügt über vier No-Break-Anlagen. Die Dieselmotoren, die dabei eingesetzt werden, benötigen 400 Liter Diesel pro Stunde und haben eine Leistung von 2'000 PS. Solche Motoren, so Murbach, finde man normalerweise in einem Schiff, nicht aber in einem Rechenzentrum.

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