Neue Hardware für Gamer

Gamescom 2014 zieht mehr Fachbesucher in ihren Bann

Uhr | Aktualisiert
von Alessandro Bottinelli

Mitte August ist in Köln die Gamescom über die Bühne gegangen. Der Besucherrekord vom letzten Jahr wurde mit 335 000 Besuchern knapp unterboten. Dafür kamen mehr Fachbesucher und Aussteller zur grössten Computerspielmesse der Welt. Bei den Gamescom-Awards konnte der Shooter «Evolve» abräumen.

Spieler aus aller Welt haben vom 13. bis 17. August Köln besucht. Grund dafür war die Gamescom, die weltgrösste Messe für Computerspiele, Konsolen und Zubehör. Am Eröffnungstag hatten jedoch nur Fachbesucher und Medien Zugang zu den Hallen. Ausgenommen ein paar Wildcard-Gewinner, die am Nachmittag die Stände ebenfalls besuchen durften. Dementsprechend konnten die Hallen ohne grössere Staus begangen werden. Ganz anders am Wochenende, als die zahlreichen Spielefans in die Hallen der Gamescom strömten. Die Warteschlangen bei den Ständen waren entsprechend deutlich länger, Wartezeiten von zweieinhalb Stunden keine Seltenheit. Man könnte die Staus auch als ein Zeichen für das grosse Interesse werten, das die Gamescom bei Spielern aus aller Welt ­erregt. Unter den Besuchern waren junge Spieler und «Veteranen», die schon seit den Anfängen des Gamings begeistert Videospiele spielen. Auch viele weibliche Zocker wollten die neuesten Titel anspielen – oder zumindest ansehen.

Insgesamt besuchten rund 335 000 Videospiel-Fans aus 88 Ländern die Messe. Damit wurde der Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr (340 000 Besucher) knapp verfehlt. Dafür waren mit 31 500 Fachbesuchern mehr Profis als letztes Jahr (29 600) auf der Gamescom. Ihnen präsentierten 700 Aussteller aus 47 Ländern (10 Prozent mehr Aussteller als letztes Jahr) ihre Gaming-­Highlights.

Mario Superstar

Im Zentrum standen natürlich die Spieleneuheiten der kleinen Entwickler und grossen Hersteller, wie etwa Nintendo. Der japanische Konzern lud zu einem persönlichen Gespräch an seinen Stand und zeigte die Spiele, die dieses Jahr noch auf den Markt kommen sollen. Da­runter war auch Mario, der im Spiel Mario Party 10 auftritt, das im Prinzip einem Brettspiel gleicht. Das Party-Game setzt massgeblich auf die Steuerung über den Tablet-Controller der Spielkonsole Wii U. Mario kommt aber auch im Prügelspiel Super Smash Bros vor, wo er sich im Kampf mit seinen Freunden misst. Fans von älteren Versionen des Spiels Super-Smash-Bros dürfte es freuen, dass auch der neueste Teil mit dem älteren Gamecube-Controller gespielt werden kann. Ein weiteres Spiele-Highlight, das Jump’n’Run Yoshis Epic Yarn, scheint wegen seines Knuddel-Looks kinderleicht zu sein, hat aber durchaus seine Tücken.

Spielehersteller Ubisoft zeigte zwei Level des vierten Teils von Far Cry. Im Open-World-Ego-Shooter darf sich der Gamer nicht nur wild durch die Menge ballern, sondern muss sich auch mal durch die Level schleichen. Im ersten gezeigten Abschnitt muss der Spieler etwa einen Soldaten mit einem Messer töten. Danach ist er einzig mit Pfeil und Bogen bewaffnet, während ein Tiger ihm Gesellschaft leistet. Der tierische Begleiter attackiert Gegner selbstständig oder auf Kommando.

Microsofts Spiele-Highlights dürften das Rollenspiel «Fable Legends» und das Jump’n’Run «Ori and the blind Forest» werden. Bei «Fable Legends» darf sich der Spieler entweder für den Helden oder den Bösewicht entscheiden. Bei «Ori and the blind Forest» sind nicht nur gekonnte Sprünge gefordert, sondern auch eine schnelle Auffassungsgabe. Denn Rätsel müssen oft während eines Sprungs gelöst werden.

Studio Take-Two Interactive räumte bei Preisverleihung ab

Welchen Anklang die neuen Games bei der Industrie und den Spielern fanden, zeigte auch die Verleihung der Gamescom-Awards. Der Wettbewerb ging dieses Jahr in seine sechste Runde. Hauptgewinner bei den diesjährigen Gamescom-Awards war der Shooter «Evolve», des Studius Take-Two Interactive, das in gleich fünf Kategorien prämiert wurde. Nintendo erhielt drei Awards, darunter den erstmals verliehenen Publikumspreis «Gamescom most wanted Consumer Award». Sony konnte zwei Auszeichnungen für sich beanspruchen für das Game «Little Big Planet 3». Microsoft ging hingegen leer aus. Genauso wie das Studio Electronic Arts, das sich letztes Jahr noch als grosser Gewinner feiern lassen konnte.

Neue Hardware für Gamer

Neben Spielen zeigten verschiedene Hersteller auch passende Hardware. Acer stellte an der Messe seine neuen Notebooks vor. Im Fokus des Messeauftritts des taiwanesischen Herstellers stand das Aspire V Nitro Black Edition. Es bietet einen Non-Glare-Bildschirm mit Full-HD-Auflösung. Der Akku soll zwischen sechs bis sieben Stunden durchhalten.

Am Stand von Microsoft war neben neuen Spielen auch eine Xbox-One-Demo zu sehen, in der Updates und Erweiterungen vorgestellt wurden, die ab Oktober verfügbar sein werden. Neu können Anwender etwa Nachrichten auch während des Spielens lesen und versenden. Auch animierte Gif-Bildchen können die Konsolen-Besitzer erstellen. Künftig wird die Spielkonsole auch mehr Dateiformate lesen können.

Bei Sony gab Playstation-Marketing-Direktor Zoran Roso im persönlichen Gespräch Einblicke in die Industrie. Ein klarer Trend an der diesjährigen Gamescom war seiner Meinung nach Virtual Reality (VR). Der Hersteller präsentierte seine VR-Brille Project Morpheus. Interessierte konnten mit der Brille etwa in die Wasserwelten des Demo-Games «The Deep» abtauchen und sich von (virtuellen) Haien umkreisen lassen.

4K und Virtual Reality sind die Trends am Gaming-Markt

Erik Range und Valentin Rahmel, CEOs von Playmassive, nannten im persönlichen Gespräch Trends der Gaming-Industrie. Für die beiden «Let’s Player», die als «Gronkh» und «Sarazar» ein breites Publikum erreichen, ist klar, wer im Konsolenrennen die Nase vorn hat: Sonys Playstation 4 habe sich bisher gegen Microsofts Xbox One durchsetzen können. Die zwei Profi-Gamer bemerken jedoch, dass bei beiden Konsolen noch die Exklusivtitel fehlen. Als grösste Entwicklung nannten auch sie Virtual Reality. Ein Trend, für den Facebook im März dieses Jahres rund 2 Milliarden US-Dollar für den Entwickler der VR-Brille Oculus Rift bezahlte. Samsung soll zur IFA ebenfalls eine VR-Brille vorstellen.

Ein weiterer Trend in der Gaming-Industrie ist laut den Playmassive-CEOs 4K oder Ultra-HD. Bald werde die vierfache HD-Auflösung auch bei Games genutzt, jedoch müssten dazu die Konsolen diese Auflösung unterstützen.

Zoran Roso, Marketing-Direktor von Sony Playstation, erklärte, dass die Playstation 4 zwar 4K-fähig sei, es jedoch noch keine Games in 4K-Auflösung gebe, sondern «nur» Full-HD.

Weitere Einblicke in die Lage der Industrie gab Marin Lorber, PR-Direktor und Jugendschutzbeauftragter von EA. Für Lorber hat die Gamescom einen grossen Einfluss auf die Industrie, da die Spieler auf der Messe die Spiele anspielen können. Seiner Meinung nach werden in Zukunft verschiedene Plattformen zusammenwachsen, was zu einem nahtlosen Spieleerlebnis führen könnte. So würden Gamer etwa morgens das Spiel auf ihrem Smartphone auf dem Weg zur Arbeit beginnen und am Abend zuhause auf der Konsole oder am PC weiterspielen.

Eine Woche weniger schlafen

Die nächste Ausgabe der Gamescom wird ­etwas früher stattfinden als in diesem Jahr. Statt Mitte August können Spieler bereits Anfang des Monats, zwischen dem 5. und 9. August 2015, in Köln daddeln, bis die Daumen schmerzen.

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