WiFi im Flugzeug hebt nur langsam ab
Die Fluggesellschaften zögern mit der Einführung von WiFi in ihren Maschinen. Zwei konkurrierende Standards stehen zur Auswahl und ein Sieger ist bisher nicht absehbar. Daher fürchten die Gesellschaften die Gefahr von voreiligen Fehlinvestitionen.
Die Fluggesellschaften stehen vor der Wahl, welchen WiFi-Standard sie in Zukunft in ihren Flugzeugen einführen sollen. Momentan stehen sich mit dem Ku- und Ka-Band zwei konkurrierende Systeme und Standards gegenüber, wie Reuters berichtet. Beide Standards wollen mittels Satellitenübertragung WiFi ins Flugzeug bringen.
Die Betamax-Gefahr
Das Dilemma hierbei ist, dass keine der grossen Fluggesellschaften sich jetzt schon definitiv auf einen Standard festlegen will. Bisher ist deshalb nicht klar, welches technische Konzept am Ende die Nase vorn haben wird. Vor- und Nachteile halten sich die Waage. Auch sind beide Standards technisch noch nicht voll ausgereift. So wurden erst kürzlich zentrale technische Innovationen eingeführt.
Das Investitionsvolumen für die Fluggesellschaften ist immens. Für die Aufrüstung ihrer Flugzeuge auf WiFi müsste die Lufthansa vermutlich einen dreistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen, wie CEO Christoph Franz gegenüber Reuters verlautbarte. Deshalb scheint es gut verständlich, dass bisher alle grossen Player die Gefahr einer Fehlinvestition nicht eingehen wollen. Der Vergleich zur damaligen Konkurrenz von VHS und Betamax ist daher sehr treffend.
Reuters rechnet damit, dass sich die Zahl der mit WiFi ausgestatteten Flugzeuge in den nächsten zehn Jahren mit 14'000 Maschinen mehr als verdreifachen könnte. Jedoch wären 2022 dann wohl immer noch nicht einmal die Hälfte aller Flugzeuge mit schnellem WiFi ausgestattet. Das Wachstumspotential auf diesem Markt ist also noch gross.
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