Scandit führt biometrische Altersprüfung für Selbstbedienungskassen ein
Der Schweizer Anbieter Scandit bringt eine Lösung zur Altersüberprüfung für Selbstbedienungskassen auf den Markt. Sie basiert auf KI-gestützter Bildverarbeitung und dem Smartphone des Kunden. "Age Verified Self-Checkout" prüft den Kauf von Produkten, für die Altersbeschränkungen gelten - ganz ohne zusätzliche Hardware.
Scandit lanciert "Age Verified Self-Checkout", eine Lösung zur Automatisierung der Alterskontrollen an Selbstbedienungskassen. Sie kann den Kauf von Produkten prüfen, für die Altersbeschränkungen gelten - beispielsweise Alkohol, Tabak oder bestimmte Medikamente, wie der Schweizer Datenerfassungsanbieter mitteilt.
Die Lösung basiere auf dem Smartphone des Kunden und erfordere keine zusätzliche Hardware an den Kassen. Das Smartphone wird gemäss Scandit auf diese Weise zum Instrument für die Altersüberprüfung.
Wird ein altersbeschränkter Artikel gescannt, zeigt die Kasse laut Angaben des Herstellers einen QR-Code an. Der Kunde scanne diesen mit seinem Handy und öffne anschliessend eine Überprüfungsseite in seinem Browser. Dazu müsse keine App heruntergeladen werden.
Die Bildverarbeitungs-KI schätze das Alter der Person aufgrund eines "Selfies" direkt auf dem Gerät, so Scandit. Liege die Schätzung über dem vom Detailhändler festgelegten Schwellenwert, werde die Transaktion automatisch fortgesetzt. Andernfalls werde der Kunde aufgefordert, einen Ausweis einzuscannen. Das System vergleiche anschliessend das Ausweisfoto mit dem "Selfie", um die Identität zu bestätigen.
Hersteller verspricht Automatisierung
Laut Scandit ermöglicht die Lösung eine Altersüberprüfung in weniger als 10 Sekunden. Sie automatisiere 80 Prozent der Alterskontrollen, ohne dass ein Mitarbeiter eingreifen müsse. Das Unternehmen schätzt zudem, dass der Vorgang für den Kunden bis zu 6-mal schneller ablaufe und insgesamt bis zu 5 Prozent mehr Transaktionen generieren könne - insbesondere zu Stosszeiten.
Scandit schätzt laut Mitteilung zudem, dass jährlich 9 Milliarden Transaktionen mit altersbeschränkten Produkten anfallen. In solchen Situationen müsse oft ein Mitarbeiter eingreifen, um das Alter des Kunden zu überprüfen. "Age Verified Self-Checkout" soll dieses laut Hersteller "immer wiederkehrende Problem" lösen können.
"Einzelhändler stehen unter Druck, schnellere und bequemere Selbstbedienungskassen-Erlebnisse anzubieten. Doch Verkäufe mit Altersbeschränkung bleiben ein anhaltender Engpass, der sich mit dem Ausbau der Selbstbedienungskassenflotten noch verschärft", erklärt Christian Floerkemeier, CTO und Mitbegründer von Scandit. Seiner Meinung nach zielt die Lösung darauf ab, eine Entscheidung zwischen den wiederkehrenden Kosten für manuelle Kontrollen und proprietärer Hardware, die sich nur schwer in grossem Massstab einsetzen lässt, zu vermeiden.
Laut Scandit erfolgt die Verarbeitung vollständig auf dem Gerät des Kunden. Weder biometrische Daten noch Identitätsdaten würden vom Unternehmen oder von Detailhändlern übertragen oder gespeichert. Die Kasse erhalte lediglich ein Signal, das angebe, ob die Überprüfung erfolgreich gewesen sei.
Scandit hat 2024 übrigens die Regalprüfungs-Automatisierungstechnologie von Marketlab übernommen. Lesen Sie hier nach, wie man diese im Einzelhandel anwendet.
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