Thomas Liechti von Mount 10 über Cloud Security und "Swissness"
Wie sicher ist die Cloud eigentlich? Welchen Vorteil haben Angebote "made in Switzerland" im Markt? Und was bedeutet die DSGVO für Schweizer Unternehmen? Die Antworten hat Thomas Liechti, CEO von Mount 10.
Wie können Reseller die Sicherheit ihrer Kundendaten in der Cloud garantieren?
Thomas Liechti: Eigentlich gibt es nur eine sichere Option: Die Daten müssen unabhängig vom Cloud-Provider, dessen Rechenzentren irgendwo sind, verschlüsselt und gegen physischen Zutritt gesichert an einem bekannten Ort in der Schweiz hinterlegt sein. Dies sichert den Zugriff, den Zutritt und auch die Rückholung mittels physischer Medien, wenn das vonnöten wird.
Wie lässt sich das Thema Sicherheit im Cloud-Umfeld zu Geld machen?
Grundsätzlich besteht ein Markt für Sicherheit im Cloud-Umfeld, daher sind wir auch seit zwölf Jahren erfolgreich unterwegs. Leider gibt es aber auch viele unseriöse Anbieter, die Sicherheit versprechen, aber effektiv nichts Wirkliches bieten können. Die Schwierigkeit ist eher, dass man als Endkunde nur wenige Möglichkeiten hat, dies selbst zu überprüfen, daher ist die Reputation und die Seriosität des Anbieters umso wichtiger. Wir empfehlen, die Referenzen des Anbieters wirklich zu kontaktieren und die Services sehr genau zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, bis man es selbst versteht!
Welche Kompetenzen müssen Reseller hier mitbringen?
Die Reseller haben meines Erachtens eine wichtige Aufgabe, indem sie für ihre Kunden eine gute Marktübersicht schaffen können und Empfehlungen abgeben können. Der Kunde fällt seinen Entscheid auf dem Vertrauen zu seinem Reseller, der steht also damit auch in der Pflicht für Seriosität.
Wie können Marktteilnehmer mit "Swissness" punkten?
"Swissness" allein ist kein Differenzierungsmerkmal mehr. Das Gesamtpaket mit "Swissness", proaktivem Service, top Qualität, kundenorientiertem Support, Innovation und starkem Brand ist wichtig. Die Kunden bezahlen gerne etwas mehr für "Swissness", aber dürfen dafür auch mehr erwarten als von irgendwelchen Billiganbietern.
Was müssen Schweizer Anbieter, Distributoren und Reseller im Zusammenhang mit der Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) beachten?
Auch Schweizer Firmen sind durch die Datenschutz-Grundverordnung der EU betroffen. Die Richtlinien sollten Ernst genommen werden, bevor man von irgendwelchen Institutionen oder sogar Kunden oder Partnern verklagt wird. Glücklicherweise gibt es die notwendigen Lösungen am Markt bereits, um sich abzusichern. Aber es ist Chefsache, dies in der eigenen Firma durchzusetzen. Es ist ja auch Chefsache, vor Gericht zu erscheinen, wenn es denn sein muss. Es ist kein angenehmes Thema, aber ein umso wichtigeres. Konkret eine Empfehlung abzugeben ist schwierig, aber ein guter Start ist, jemandem aus der IT oder dem Compliance-Bereich die Verantwortung zu übergeben die notwendigen Schritte als Entscheidungsgrundlage aufzuzeigen.
Betrüger locken mit gefälschten BAG-Rückerstattungen
UMB stellt Serviceorganisation unter neue Leitung
Schwachstellen bedrohen Digital-Signage-Software Magicinfo
AWS bringt generative KI auf den Desktop
EPFL-Spin-off bringt KI-Rechner in den Orbit
Zahl behördlich angeordneter Antennensuchläufe steigt erneut deutlich
Zühlke Group übernimmt NXT Digital
Das unbeschwerte Leben von Personen, die keine News lesen
Update: Nationalrat heisst digitale AHV-Dossiers gut