Roaming-Rechner von moneyland.ch

Telkos zocken Kunden beim Roaming ab

Uhr | Aktualisiert

Moneyland hat kurz vor den Sommerferien die Roaming-Tarife der Schweizer Telkos untersucht und gravierende Unterschiede festgestellt. Abos mit Inklusive-Roaming sind für klassische Ferienreisende generell zu teuer.

(Source: Andrey Kuzmin / Fotolia.com)
(Source: Andrey Kuzmin / Fotolia.com)

Moneyland.ch hat einen neuen Roaming-Rechner entwickelt und aktuelle Roaming-Tarife untersucht. Wie der Onlinevergleichsdienst mitteilt, ist Telefonieren und Surfen mit dem Handy im Ausland trotz den diesjährigen Tarifsenkungen je nach Anbieter immer noch teuer. Moneylands Telko-Experte Ralf Beyeler sagt: "Mit exorbitanten Standardtarifen zocken die Telekom-Firmen ihre Kunden ab."

Mit Roaming-Optionen reduzierten sich die Kosten um bis zu 90 Prozent im Vergleich zum Standardtarif. Je nach Land und Anbieter sei das Roaming aber auch mit Option noch sehr teuer. Moneyland verglich die Angebote der Schweizer Telkos für zwei Wochen Ferien mit 1 GB Daten und 60 Anrufen à 2 Minuten in verschiedenen Urlaubsländern und stellte gravierende Unterschiede fest.

45'000 Franken für zwei Wochen Surfen und Telefonieren

In Spanien gelten dieselben Tarife wie in den übrigen EU-Ländern, wie Moneyland schreibt. Im 2-Wochen-Urlaub auf Mallorca zahlten Kunden etwa mit einem Prepaid-Angebot von Koko rund 26 Franken, mit Talkeasy und Ok.- über 22'600 Franken. Bei Salt zahlen Abo-Kunden 58.95, bei Swisscom 64.90 und bei Sunrise 69 Franken. In den USA seien die Roaming-Preise mit denen in Europa vergleichbar. Bei Koko zahlen Prepaid-Kunden 28.90 Franken, bei Talkeasy und Ok.- 45'325 Franken. Salt verlangt von Abo-Kunden wiederum 58.95, Sunruse 69 und Swisscom 104.90 Franken.

In exotischeren Ländern wird es teurer. In Thailand zahlen Prepaid-Kunden wiederum mit Koko am wenigsten (66.90 Franken) und mit Talkeasy und Ok.- am meisten (über 45'000 Franken). Swisscom verlangt von Abo-Kunden 164.90, Salt 289.95 Franken und Sunrise 313 Franken.

In Südafrika zahlen Prepaid-Kunden bei Koko 38.40 Franken und bei Ok.- mehr als 45'000 Franken. Die Preise der grossen drei Telkos für Südafrika sind identisch mit denen für Thailand. In Kuba zahlen Prepaid-Kunden bei Salt am wenigsten mit 784.95 Franken, bei Salt sind es für Abo-Kunden 848.45 Franken, bei Swisscom sind die Kosten mit 10'065 Franken mehr als zehnmal so hoch. Bei Sunrise sind es fast 16'000 Franken, bei Talkeasy und Ok.- mehr als 45'000 Franken.

Die Kostenfallen der Telkos

Moneyland bemerkt, dass kaum ein Kunde die hohen Tarife bezahlen müsste, da die Verbindung frühzeitig vom Anbieter gesperrt würde. Zudem müssen Kunden aktiv ein Datenpaket kaufen, um etwa in Ländern wie Kuba überhaupt surfen zu können. Das Beispiel Kuba zeige aber auch, dass die Rechnung sogar beim günstigsten Schweizer Anbieter immer noch viel zu hoch ausfallen würde. Touristen sollten insbesondere auf Inselferien genau auf die Tarife schauen. Denn in Hawaii gelten etwa andere Tarife als im Rest der USA.

Laut Beyeler sind die vermeintlichen "Sorglos-Pakete" der Telkos in vielen Ländern nicht gültig. Generell seien Abos mit Inklusive-Roaming für klassische Ferienreisende wesentlich teurer als wenn sie die passende Roaming-Option vor den Ferien buchen. Ralf Beyeler rät in den Ferien, das Hotel-WLAN zu nutzen und eine lokale SIM-Karte zu kaufen. In Kuba kostet das Hotel-WLAN aber meist einen geringen Betrag.

Beyeler fordert zudem, dass Schweizer Telkos ihre Roaming-Pakete nicht mehr auf 30 Tage begrenzen, was er als unangenehme Kostenfalle sieht. "Die Branche sollte dieses Problem endlich angehen und Roaming-Pakete ohne Verfallsdatum offerieren", sagt Beyeler. Bislang bietet nur die Swisscom-Marke Simplymobile Datenpakete ohne Verfallsdatum an. Eine weitere Kostenfalle sei, dass sich viele Roaming-Optionen automatisch verlängern. Noch kundenunfreundlicher findet Beyeler die Variante von Salt, wo bestimmte Roaming-Optionen nur bis zum 9. Tag eines Monats gültig sind. Danach muss der Kunde ein neues Paket kaufen.

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DPF8_96913

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