Was Kunden wollen

Was die Raiffeisen-Bank von ihren IT-Partnern erwartet

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von Coen Kaat

In einer Bank kommen viel Software, Hardware und gesamte IT-Infrastrukturen zum Einsatz. Die Arbeit mit IT-Dienstleistern ist unumgänglich, gute Partner unerlässlich. Rolf Olmesdahl, COO bei der Raiffeisen Schweiz, spricht über seine Anforderungen an IT-Dienstleister, ausgelagertes WAN und die Raiffeisen-DNA.

Was beinhaltet Ihre tägliche Arbeit und wo kommen Sie mit IT-Dienstleistern in Berührung?

Rolf Olmesdahl: Raiffeisen besteht aus 246 eigenständigen Banken – diese und die Fachstellen von Raiffeisen Schweiz verstehe ich als unsere Auftraggeber und unsere Kunden. Den grössten Teil meiner Zeit verbringe ich im Kontakt mit diesen Stakeholdern. Die Führung einer grossen IT- und Operations-Einheit beinhaltet zudem viele klassische Managementaufgaben. Diese nach innen gerichteten Aufgaben sind ebenfalls zeitaufwändig. Einen Schwerpunkt lege ich dabei auf Strategie und Kommunikation, um transparent aufzeigen zu können, wo wir stehen und wohin die Reise geht. Der Kontakt zu IT-Dienstleistern nimmt nur einen sehr kleinen Anteil meiner Zeit in Anspruch. In der Regel geht es dabei um grössere Abschlüsse oder um die Besprechung der Dienstleistungsqualität. Den Kontakt auf operativer Ebene mit unseren externen Partnern überlasse ich gerne den Fachexperten.

 

Was sind die drei wichtigsten Eigenschaften, die Ihre IT-Dienstleister mitbringen müssen?

Das kommt natürlich ganz auf das Thema an. Generell erwarte ich von einem Dienstleister, dass wir einen Service mit hoher Qualität zu einem angemessenen Preis einkaufen können. Klar ist: Der Dienstleister muss einen Mehrwert generieren. Er muss die Leistung besser oder günstiger erbringen, als wir es selbst imstande sind.

 

Was sollten potenzielle IT-Partner tunlichst vermeiden?

Der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Verständnis unserer Bedürfnisse und Herausforderungen. Ein potenzieller IT-Partner muss sich zwingend tiefergehend mit seinem Kunden beschäftigten. Angebote, die an unseren Bedürfnissen vorbeizielen, unglaubwürdige Offerten und Versprechungen ohne Substanz stossen bei uns auf wenig Begeisterung.

 

Wie kaufen Sie IT-Hardware und -Software beziehungsweise komplette Lösungen ein? Direkt beim Hersteller oder bei einem Händler?

Das ist je nach Thema beides möglich.

 

Welche Bereiche Ihrer Unternehmens-IT haben Sie aus­gelagert und welche würden Sie nie auslagern?

Teile der Infrastruktur wie etwa das WAN sowie einen Grossteil der Telefonie haben wir ausgelagert. Immer mehr Cloud-Services wie etwa unsere HR-Plattform halten bei uns Einzug. Auch periphere Services wie beispielsweise die Erstellung des Druck-Outputs werden immer häufiger von externen Dienstleistern übernommen. Nicht ausgelagert haben wir das neue Kernbankensystem. Aus strategischen Überlegungen haben wir uns entschieden, dieses selbst zu warten, auszubauen und zu betreiben.

 

Was werden in der nächsten Zeit die grössten technischen Herausforderungen im Bereich IT für Sie sein?

2019 ist für uns nach dem Rollout des neuen Kernbankensystems ein Jahr der Konsolidierung. Ausserdem gilt es, die Firma Arizon in die Organisation von Raiffeisen Schweiz zu integrieren. Die Digitalisierung und die damit verbundenen Erwartungen der Kunden werden uns zusätzlich herausfordern. Wir wollen die Run-Kosten weiter reduzieren, um mehr Investitionsspielraum auf der Change-Seite zu schaffen.

 

Wie können IT-Dienstleister Sie dabei unterstützen?

IT-Dienstleister können – stets unter Berücksichtigung der Raiffeisen-DNA – strategische Impulse geben, die Umsetzung strategischer Initiativen unterstützen und nicht-strategische Aufgaben kostengünstiger übernehmen.

 

Welche Rolle spielen Cloud, IoT, KI und Cybersecurity in Ihrer IT-Strategie?

Cloud und Cybersecurity sind zentral verankerte Themen in unserer IT-Strategie. Wir haben in den letzten Jahren substanziell in Security-Themen investiert. KI wird immer wichtiger und ist für mich eines der zukünftigen Fokusthemen. Hierbei gilt es, das technisch Machbare im Sinne der Kunden sinnvoll einzusetzen.

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