SPONSORED-POST 10 000 neue Schad-Apps pro Tag

Keine Entspannung bei Android-Malware

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von Stefan Karpenstein, Public Relations Manager, G Data Software

Die Sicherheitslage im Mobile-Bereich bleibt weiterhin angespannt. Die Experten des Cyber-Defense-Spezialisten G Data haben 2019 in den ersten sechs Monaten rund 1,9 Millionen neue schädliche Apps gezählt. Das sind mehr als 10 000 neue Schad-Apps pro Tag.

Stefan Karpenstein, Public Relations Manager, G Data Software. (Source: zVg)
Stefan Karpenstein, Public Relations Manager, G Data Software. (Source: zVg)

Die Gefahr für Smartphones und andere mobile Geräte ist weiterhin sehr gross. Gerade weil Smartphones als ständiger Begleiter mittlerweile nahezu unentbehrlich sind, stellen sie für Cyberkriminelle ein attraktives Ziel dar. Besonders lukrativ für die Täter sind Adware oder auch Ransomware, die dem Nutzer direkt schadet.

Das weiterhin hohe Bedrohungspotenzial bei Android wird durch unterschiedlichste Faktoren begünstigt. Da ist erstens die immer noch grosse Fragmentierung bei den eingesetzten Betriebssystemen. Denn aktuell ist nur bei jedem zehnten Gerät die aktuelle Android-Version 9 (Pie) installiert. Und Android 8 (Oreo) kommt bei 28 Prozent der Smartphones und Tablets zum Einsatz. Im Umkehrschluss bedeutet dies: 60 Prozent der Geräte nutzen immer noch veraltete Versionen, die vor August 2017 veröffentlicht wurden.

Veraltete Geräte und billige China-Importe

Zweitens machen es aber nicht nur angestaubte Betriebssysteme, sondern auch veraltete Smartphones ohne aktuelle Patches den Hackern einfach, Malware auf dem Gerät zu installieren. Die Gründe dafür: Hersteller ver­sorgen die Geräte irgendwann einfach nicht mehr mit den neuesten Updates, oder Kunden haben diese nicht in­stalliert.

Drittens sind immer noch Billiggeräte mit vorinstallierter Schadsoftware im Handel erhältlich. Die Mal­ware ist für den Besitzer unsichtbar und lässt sich nicht deaktivieren. So haben Kriminelle vollen Zugriff auf das Smartphone und alle darauf gespeicherten Daten. Die Schadsoftware manuell zu entfernen ist nicht möglich, weil sie tief in die Firmware integriert ist.

Um Kosten zu sparen, vertreiben einige Anbieter ihre Applikationen über alternative App-Stores. Sie sparen so die Lizenzgebühren für Google Play. Allerdings sind solche Alternativen ein beliebtes Einfallstor für Hacker.

Google hingegen widmet dem Thema Sicherheit deutlich mehr Aufmerksamkeit. Dazu hat das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr Massnahmen vorgestellt und umgesetzt. Auch die aktuelle Ankündigung, für Android Q gros­se Teile der Update-Infrastruktur umzustellen und die Systemkomponenten unabhängig von den OEM-Herstellern zu aktualisieren, lässt hoffen, das Problem der fehlenden Updates in den Griff zu bekommen.

Millionenfacher Schaden

"SimBad", "Operation Sheep" und "Agent Smith": Diese drei Beispiele verdeutlichen, wie erfolgreich Cyberkriminelle sind. Schätzungsweise 150 Millionen Nutzer haben eine Android-App mit der Malware "SimBad" auf ihrem Handy installiert. Die zweite erfolgreiche Malware-Kampagne ist als "Operation Sheep" bekannt. Mehr als 111 Millionen Mal wurden die infizierten Applikationen he­runtergeladen. Sämtliche Apps finden sich insbesondere in den App-Stores von Drittanbietern.

"Agent Smith" heisst die dritte grosse Kampagne, die bereits 25 Millionen Smartphones in Asien befallen hat. Einmal installiert, ersetzt sie Applikationen durch infizierte Klone, sodass die Apps Werbung ausspielen. Nachdem die Schadsoftware zunächst nur über Drittanbieter-Stores in Umlauf kam, sind mittlerweile auch erste verseuchte Apps auf der Google-Plattform erschienen. Laut Experten ist der Infektionsweg sehr komplex, sodass künftig auch mit einem Einsatz als Spyware zu rechnen ist, um sensible Daten auszulesen.

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