Clearview

US-Firma sammelt Milliarden Fotos für Gesichtsdatenbank

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Das US-amerikanische Start-up Clearview hat angeblich über drei Milliarden Fotos aus dem Netz abgesaugt. Ziel war es, eine umfassende Datenbank zur Gesichtserkennung zu erstellen. Über 600 Behörden und private Unternehmen sollen den Dienst bereits genutzt haben.

(Source: Matthew Henry / Unsplash.com)
(Source: Matthew Henry / Unsplash.com)

Ein Start-up namens Clearview AI hat gemäss einem Bericht der "New York Times" über drei Milliarden Fotos von Facebook, Youtube und anderen Websites abgesaugt und daraus eine Datenbank erstellt. Mehr als 600 Kunden würden die Dienste des Unternehmens nutzen, darunter Strafverfolgungsbehörden wie auch private Unternehmen.

Clearview bietet ein Tool an, das laut dem Bericht das "Ende der Privatsphäre, wie wir sie kennen", bedeuten könnte. Es geht um eine Gesichtserkennungs-App. Der Nutzer kann ein Foto einer Person hochladen und die App gleicht es anschliessend mit der Datenbank ab. Das heikle daran: Clearview soll nicht nur weitere Fotos der abgebildeten Person anzeigen, sondern auch sensible Informationen preisgeben, zum Beispiel Namen, Wohnsitz und private Hintergründe, wie der "Tagesspiegel" berichtet.

Wer steht dahinter?

Mitgründer von Clearview ist ein gewisser Hoan Ton-That: 31 Jahre alt, gebürtiger Australier, in Vietnam aufgewachsen, 2007 das Studium abgebrochen und nach San Francisco gezogen. 2015 lancierte er eine App namens "Trump Hair", mit der sich Nutzer auf Fotos die Frisur von Donald Trump verpassen konnten.

Der zweite Mitgründer ist Richard Schwartz, ein früherer Berater von Rudolph Giuliani, als dieser noch Bürgermeister der Stadt New York war. Heute ist Giuliani als persönlicher Anwalt von US-Präsident Trump tätig.

Zu den Investoren von Clearview gehört Peter Thiel, der auch zu den Risikokapitalgebern hinter Facebook und Palantir zählt.

Datenschützer haben kürzlich 10 populäre Smartphone-Apps unter die Lupe genommen. Allesamt hätten sie sensible Daten mit mindestens 135 verschiedenen Drittparteien geteilt. Die Praktiken seien im Hinblick auf die EU-DSGVO meistens illegal. Lesen Sie hier mehr dazu.

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