Schaden in Millionenhöhe

Triemli-Informatiker betrügt Spital mit Harddisk-Deals

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Ein Teamleiter der IT-Abteilung am Triemlispital soll jahrelang auf Kosten seines Arbeitgebers Harddisks gekauft haben, die er dann privat weiterverkaufte. Der Schaden für das Spital könnte in die Millionen gehen. Befragen lässt sich der Informatiker nicht – er ist schon seit Wochen unauffindbar.

(Source: Laurence Dutton / iStock.com)
(Source: Laurence Dutton / iStock.com)

Die Geschichte, die erstmals im Finanzblog "Inside Paradeplatz" erzählt wurde, ist reichlich skurril: Ein IT-Teamleiter des Zürcher Triemlispitals soll jahrelang Produkte für den Eigenbedarf auf Arbeitsrechnung gekauft haben. Konkret habe er bei Onlinehändlern wiederholt Harddisks erworben, und diese dann "stets an die gleiche Person, einen Schweizer mit Domizil in Genf", weiterverkauft. Auch vor Dokumenten- und Rechnungsfälschung sei er nicht zurückgeschreckt. Der für das Spital entstandene Schaden soll "geschätzte Millionen" Franken betragen, schreibt "Inside Paradeplatz" unter Berufung auf eine Auskunftsperson.

 

RPK ist sauer, Protagonist ist verschwunden

Der Betrug sei im Herbst 2019 zufällig aufgeflogen, heisst es weiter – der Beschuldigte war zu dieser Zeit in den Ferien. Ein Staatsanwalt habe die Ermittlungen aufgenommen, Bankkonten blockiert und Personen befragt. Das Spital habe den Mitarbeiter im Dezember "wegen Vermögensdelikten angezeigt und fristlos entlassen", schreibt die "NZZ".

 

Zudem seien die Kontrollmechanismen bei den Bestell- und Rechnungsfreigaben verschärft worden. Unzufrieden zeigt sich Raphael Tschanz, Präsident der Rechnungsprüfungskommission. Während Spitaldirektion und Stadtrat schon seit Wochen über die Ermittlungen Bescheid wüssten, sei seine Kommission schlicht nicht informiert worden. "Gute Krisenkommunikation sieht anders aus", sagt er gegenüber der "NZZ".

 

Beim Gesundheits- und Umweltdepartements weist man darauf hin, dass für den Triemli-Mitarbeiter derzeit die Unschuldsvermutung gelte. Das sei ein Grund, weshalb die Gemeinderatskommissionen nicht sofort informiert worden seien.

 

Das Triemlispital habe versucht, den Beschuldigten zur Rede zu stellen – allerdings vergeblich. "Er ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht auffindbar und konnte auch durch die Polizei nicht einvernommen werden", sagt die Sprecherin des Gesundheits- und Umweltdepartements. Aus seinen Herbstferien sei er nicht mehr zurückgekehrt und halte sich möglicherweise in der Ukraine auf, schreibt "Inside Paradeplatz".

 

Auch Schweizer Onlinehändler sind immer wieder mit Betrug konfrontiert, und verlieren dabei immer mehr Geld, wie eine Umfrage von Crif und VSV ergibt. Details dazu lesen Sie hier.

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