Die Lieblingsgadgets der Redaktion

Das iPhone 3GS: Eine Randbemerkung, die alles auf den Kopf stellt

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2020 feiert die Netzwoche ihr zwanzigjähriges Bestehen. Welche Gadgets haben die Redaktion in dieser Zeit bewegt? Diese Serie zeigt es.

Das iPhone 3GS. (Source: William Hook / Wikimedia Commons)
Das iPhone 3GS. (Source: William Hook / Wikimedia Commons)

Als Apple am 8. Juni 2009 das iPhone 3GS vorstellte, interessierte mich das keineswegs. Ich war ganz zufrieden mit meinem Nokia E51. Zudem war da noch meine Behinderung. Ich bin blind und konnte mir damals schlicht nicht vorstellen, dass ich ein Gerät mit Touchscreen effizient bedienen könnte.

Doch genau dies wurde mit dem iPhone 3GS möglich. Nur erwähnte es Phil Shiller während der Keynote kaum: "Barrierefreiheit liegt uns am Herzen", sagte er fast am Schluss der Präsentation, um dann weniger als 40 Sekunden lang über die Bedinungshilfen - Mono Audio, invertierte Farben, Zoom und Voiceover – zu sprechen. Bei Voiceover handelt es sich um einen Screen Reader. "Wenn man hören muss, was man mit dem Finger berührt – etwa eine E-Mail oder Website – wird es vorgelesen", erläuterte Shiller das Feature etwas unbeholfen.

Phil Shiller spricht während der WWDC-Keynote nicht mal 40 Sekunden lang über die neuen Bedienungshilfen des iPhone 3GS.

So unscheinbar diese Ankündigung war, so sehr stellte sie die Smartphone-Welt für blinde Menschen wie mich auf den Kopf. Dank Voiceover liessen sich tatsächlich sämtliche vorinstallierten Apps auf dem iPhone auch ohne Sehvermögen bedienen, und dies – nach einer gewissen Eingewöhnungszeit – sogar erstaunlich effizient. Auch manche Nicht-Apple-App arbeitete erstaunlich gut mit VoiceOver zusammen. Und wo dies nicht der Fall war, zeigt Apple im Developer Center auf, wie man eine App barrierefrei umbaut.

Demo des VoiceOver Screen Readers auf iPhone 3GS.

Ich hielt Ende August 2009 mein iPhone 3GS in den Händen. Voiceover war darauf schon installiert. Für mich war es das erste Handy, welches ich komplett ohne sehende Hilfe einrichten konnte, und dessen Screen Reader ich nicht noch zusätzlich kaufen musste. Seither mache ich fast alles mit dem iPhone. Ich erledige meine Online-Einkäufe, schaue den Fahrplan nach und lasse mich mit der Navigation an unbekannte Adressen führen – fast so, als könnte ich sehen.

  • Gadget: iPhone 3GS

  • Hersteller: Apple

  • Erschienen: Ab 19. Juni 2009 (u.a. in den USA und Deutschland)

  • Verkaufte Einheiten: 30.1 Millionen Geräte im ersten Jahr (Laut "Statista")

  • Preis: Ohne Handyvertrag ab 1099 Franken (Gemäss "Apfelblog")

  • Gekauft: Im August 2009

  • Verbleib: 2016 im Elektronikladen zum Recycling abgegeben.

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