Corona als Stresstest

Digitale Wettbewerbsfähigkeit: Schweiz fliegt aus den Top-5

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Die Schweiz fällt in puncto digitale Wettbewerbsfähigkeit zurück. Im Ranking von IMD belegt das Land nun den sechsten Platz – hinter Hong Kong. Insbesondere im Gesundheitswesen gibt es Nachholbedarf.

(Source: alphaspirit / Fotolia.com)
(Source: alphaspirit / Fotolia.com)

Die Schweiz ist aus den Top-Five der digital wettbewerbsfähigsten Länder gefallen. Nach Hong Kong belegt die Schweiz nun den sechsten Platz im World Digital Competitiveness Ranking von IMD. Das Lausanner Management-Institut vergleicht für das Ranking 63 Länder anhand von drei Kriterien: Wissen, Technologie und Zukunftsfähigkeit.

Auf dem Podest stehen die USA, Singapur und Dänemark. Auf den vierten Platz kommt Schweden. Im Vergleich zum Vorjahr hat Dänemark nun Schweden überholt.

(Source: IMD World Competitiveness Center)

Es hapert im Gesundheitswesen

Die Corona-Pandemie sei für jedes Land eine Art "digitaler Stresstest", sagte EPFL-Präsident Martin Vetterli anlässlich der Präsentation der Ergebnisse. Unter den Bedingungen eines Lockdowns und der Zusammenarbeit im Homeoffice zeige sich der Ist-Zustand einer Volkswirtschaft in Sachen Digitalisierung.

In Bezug auf die Digitalisierung des hiesigen Gesundheitswesens stellt Vetterli den Schweizer Behörden ein eher gemischtes Zeugnis aus, wie die "Werbewoche" berichtet. Zwar lasse sich am Beispiel des bisher gut funktionierenden Contact-Tracings ablesen, dass man durchaus in der Lage sei, Herausforderungen zu meistern. Der "digitale Allgemeinzustand" des Gesundheitswesens liege aber immer noch hinter vielen Ländern wie etwa Dänemark oder Schweden. "Der wohl interessanteste Aspekt dieser Rangliste ist, dass sie uns erlaubt, die Bereiche zu betrachten, in denen wir uns noch verbessern müssen", lässt sich Vetterli in einer Mitteilung der EPFL und Digitalswitzerland zitieren.

Andere Studie, andere Befunde

In den Bereichen Wissen und Technologie habe die Schweiz jeweils einen Rang eingebüsst, berichtet „Swissinfo.ch“. Bezüglich der Zukunftsfähigkeit ging es hingegen bergauf: Die Schweiz konnte sich von Platz 10 auf Rang 5 verbessern. Den Grund für die Verbesserung sehen die Studienautoren im starken Wissenstransfer. Nachholbedarf bestehe allerdings bei digitalen Formen der Partizipation.

Auch das European Center for Digital Competitiveness präsentierte kürzlich eine international vergleichende Studie zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit - allerdings mit ganz anderen Ergebnissen: Gemäss dem Digital Riser Report 2020 spielt die Schweiz nur im Mittelfeld mit. Auch wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen überdurchschnittlich sind, scheint es den Schweizern und Schweizerinnen vor allem am richtigen Mindset zu mangeln. Mangelhaft seien unter anderem die digitalen Skills der erwerbstätigen Bevölkerung, die Einstellung gegenüber unternehmerischem Risiko und die Diversität der Belegschaften.

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