Marktbericht

Managed Services heiter, XaaS bewölkt

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Der Markt für Managed Services hat im vergangenen Quartal sowohl in der EMEA-Region als auch im DACH-Raum zugelegt. Der kombinierte Umsatz für Business-Services steht jedoch leicht im Minus, denn über dem XaaS-Markt ziehen dunkle ­Wolken auf.

(Source: George Bailey / Fotolia.com
(Source: George Bailey / Fotolia.com

Das zweite Quartal 2023 ist ein positives für den Managed-Services-Markt gewesen. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) erzielte der Markt sein bestes Quartal aller Zeiten, wie aus einem Bericht von ISG hervorgeht. Der Annual Contract Value (ACV) in der Region betrug 4,5 Milliarden US-Dollar, was rund 3,97 Milliarden Franken entspricht. Der ACV setzt sich unter anderem aus Umsatz, Vertragslaufzeit, Kundenzahl und Bestellwert zusammen.

"Europa hat sich im zweiten Quartal erholt und eine zwei Quartale andauernde Pechsträhne aufgrund eines zweistelligen Wachstums im Managed-Services-Sektor beendet", so Steve Hall, President EMEA bei ISG. "Die steigende Nachfrage nach Managed Services zeigt, welche Rolle Outsourcing als Hebel zur Kostenoptimierung spielt, insbesondere angesichts der schwachen wirtschaftlichen Bedingungen."

DACH-Raum erholt sich

Im ersten Quartal stand noch ein ACV von 3,7 Milliarden Dollar respektive 3,26 Milliarden Franken zu Buche. Im Vergleichsquartal 2022 kam der Markt auf einen ACV von 3,9 Milliarden Dollar (etwa 3,44 Milliarden Franken), was einen jährlichen Anstieg von 15 Prozent bedeutet.

Der DACH-Raum erholte sich laut ISG von einem schwachen ersten Quartal 2023 und legte auch gegenüber dem zweiten Quartal 2022 um 16 Prozent zu. Der ACV lag damit bei 894 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 788 Millionen Franken. Die Nachfrage nach IT-Outsourcing (ITO) stieg, mit besonders starkem Wachstum bei ADM-Services (Application Data Management), bei Business Process Outsourcing (BPO), insbesondere bei Contact Center und Engineering- und F&E-Services sowie im Banken-, Finanzdienstleistungs- und Versicherungssektor (BFSI) und in der Fertigung.

Mega-Deals bescheren Umsatzplus

Der Umsatz für Managed Services im EMEA-Raum stieg um 5 Prozent auf 8,3 Milliarden US-Dollar (7,3 Milliarden Franken), da mit 576 Aufträgen so viele wie noch nie in der ersten Jahreshälfte vergeben wurden – darunter sechs Mega-Deals. Innerhalb der Managed Services stieg ITO um 8 Prozent auf 6,3 Milliarden US-Dollar (5,55 Milliarden Franken), während BPO einen Rückgang um 3 Prozent auf 2 Milliarden US-Dollar (1,76 Milliarden Franken) verzeichnete.

Der kombinierte Markt für IT- und Business-Services der EMEA-Region sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 14,9 Milliarden US-Dollar (13,1 Milliarden Franken) – laut ISG ist dies das erste Mal seit 2016, dass die Region im ersten Halbjahr einen Rückgang verzeichnete.

XaaS schrumpft, SaaS stagniert

Der Rückgang des kombinierten Umsatzes ist laut ISG auf einen schwachen XaaS-Markt zurückzuführen. Die Ausgaben für XaaS sanken im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar (5,8 Milliarden Dollar), während IaaS um 14 Prozent auf 4,5 Milliarden US-Dollar (3,97 Milliarden Franken) schrumpfte. SaaS blieb unverändert bei einem Umsatz von 2,1 Milliarden US-Dollar respektive 1,85 Milliarden Franken.

"Auch wenn der Rückgang der XaaS-Nachfrage in Europa nicht so stark ausfällt wie in anderen Regionen, so zeigt er doch, dass die EMEA-Region nicht immun gegen die Marktschwäche ist, die den globalen XaaS-Sektor betrifft", sagt Steve Hall von ISG.

"Die Verlangsamung, die wir auf dem chinesischen Hyperscaler-Markt beobachtet haben, breitet sich nun auf die großen Drei (AWS, Microsoft Azure und Google Cloud) aus. Unternehmen, die während der Pandemie schnell aufgestockt haben, rationalisieren jetzt ihre Cloud-Kosten".

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