10 Prozent der Belegschaft betroffen

Nokia plant Stellenabbau in der Schweiz

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von Joël Orizet und rja

Der finnische Netzwerkausrüster Nokia will Stellen streichen - auch in der Schweiz. Der Abbau dürfte 10 Prozent der Belegschaft betreffen.

(Source: Charlie's / stock.adobe.com)
(Source: Charlie's / stock.adobe.com)

Nokia plant offenbar einen weltweiten Stellenabbau. Dieser soll auch den Schweizer Standort des finnischen Netzwerkausrüsters treffen, wie etwa swissinfo.ch berichtet. Das Unternehmen habe die Pläne im Rahmen einer Sozialpartnerinformation bekannt gegeben, sagte Tanja Riepshoff, Rechtsanwältin bei der Gewerkschaft Angestellte Schweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Das Gesetz verlangt eine solche Information, sobald ein Stellenabbau die Schwelle zur Massenentlassung erreicht - bei Betrieben dieser Grösse etwa 10 Prozent der Belegschaft. 

Nokia beschäftigt in der Schweiz rund 140 Mitarbeitende. Wie viele Stellen tatsächlich wegfallen, wird das Unternehmen wohl erst in einigen Wochen bekannt geben. 

Mit dem Stellenabbau will Nokia Betriebsmodelle anpassen und in Länder mit niedrigen Kosten verlagern, wie Angestellte Schweiz mitteilt. Die Gewerkschaft kritisiert die Pläne und fordert sozialverträgliche Lösungen, um die Folgen der Entlassungen abzufedern, darunter auch attraktive Regelungen für die Frühpensionierung. "Wenn man Umstrukturierungen auf europäischer Ebene plant, muss man auch Verantwortung auf europäischer Ebene übernehmen", lässt sich Riepshoff in der Mitteilung des Arbeitnehmerverbandes zitieren. 

Konkret fordert die Gewerkschaft unter anderem die Umsetzung eines verbindlichen Sozialplans inklusive professioneller Unterstützung bei der Neuorientierung (Outplacement, Coaching, Weiterbildung) sowie transparente Informationen und frühzeitiger Dialog mit den Mitarbeitenden sowie der Arbeitnehmervertretung. 

 

Übrigens: Bereits im Herbst 2023 leitete Nokia einen massiven Stellenabbau ein. Auf schlechte Geschäftszahlen reagierte das Unternehmen mit der Kürzung von rund 14'000 Stellen - mehr dazu lesen Sie hier

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