Update: Basel-Stadt pausiert E-Voting – drei Kantone machen weiter
Am Urnengang vom 8. März 2026 haben 2048 Personen im Kanton Basel-Stadt ihre Stimme per E-Voting abgegeben. Doch aufgrund eines technischen Problems kann der Kanton diese Stimmen nicht zählen. Der Kanton leitet eine Untersuchung ein und pausiert die Versuche bis auf Weiteres.
Update vom 13.3.2026: Das E-Voting-Debakel im Kanton Basel-Stadt hat Konsequenzen. In einer Mitteilung gibt die Kantonsregierung bekannt, ihr E-Voting-Pilotprojekt bis mindestens Ende 2026 auszusetzen. Mit einer externen Untersuchung lässt der Regierungsrat die Umstände und Ursachen der Auszähl-Panne klären. Die Pause der Pilotversuche sollen es ermöglichen, "den Vorfall sorgfältig aufzuarbeiten und Massnahmen zu ergreifen, die ähnliche Fehler verhindern".
Pausiert ist aber auch ein Geschäft zur Finanzierung des E-Voting-Testbetriebs für die nächsten zehn Jahre (2027–2036). Aufgrund des Vorfalls erscheine der Abschluss der Beratungen dieses Geschäfts nicht angebracht. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Grossen Rat, die Behandlung des Ratschlages auszusetzen.
Ein Auge auf die Geschichte wirft auch die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt. Wie der Regierungsrat mitteilt, hat sie ein Strafverfahren eröffnet.
Der Vorfall im Kanton Basel-Stadt hat nichts mit dem E-Voting-System als solches zu tun. Er ist auf die Handhabung einer externen Komponente (USB-Sticks) zurückzuführen, wie auch die Kantone St. Gallen, Thurgau und Graubünden in einer Mitteilung betonen. Darin geben die drei Kanton bekannt, ihre Pilotversuche mit E-Voting weiterzuführen. Der Versuchsbetrieb sei "bewusst darauf ausgerichtet, praktische Erfahrungen zu sammeln und Abläufe sowie Prozesse laufend zu verbessern und weiterzuentwickeln".
Update vom 09.03.2026:
Basel-Stadt kann E-Voting-Stimmen nicht auslesen
In Basel-Stadt ist es zu einer E-Voting-Panne gekommen. Wie der Kanton bekannt gibt, gelang es der Verwaltung nicht, die für den Urnengang vom 8. März eingereichten elektronischen Stimmen zu entschlüsseln. Die E-Voting-Stimmen bleiben somit ungezählt.
USB-Problem
Insgesamt hätten in Basel-Stadt rund 10'300 Auslandschweizer Stimmberechtigte sowie 30 Stimmberechtigte mit Behinderungen elektronisch abstimmen können. Insgesamt verzeichnete der Kanton bis zur Schliessung der Urne 2048 E-Voting-Stimmen.
Dass er diese Stimmen nicht auswerten kann, begründet der Kanton mit einem Problem "bei der Verwendung von USB-Sticks, die für die Entschlüsselung der Urne nötig sind". Gegenüber "Swissinfo" erklärt der Basler Regierungssprecher Marco Greiner: "Man verwendet drei USB-Sticks, auf allen ist der richtige Code, aber keiner funktioniert." Es seien Personen am Werk gewesen, bei denen es schon unzählige Male funktioniert habe. "Aber jetzt funktioniert es nicht mehr. Es ist wirklich sehr seltsam", zitiert das Portal weiter.
Post-System ist nicht Schuld
In der Mitteilung ergänzt der Kanton, er schliesse menschliches Fehlverhalten als Ursache der Panne nicht aus. Ansonsten bemüht sich die Verwaltung um Schadensbegrenzung. "Es besteht keine Verbindung zwischen dem Vorfall und dem E-Voting-System, welches die Schweizerische Post zur Verfügung stellt", hält Basel-Stadt etwa fest. Auch die für E-Voting zugelassenen Stimmberechtigten der Kantone Thurgau, Graubünden und St. Gallen sind vom Problem im Kanton Basel-Stadt nicht betroffen. Es deute auch nichts auf eine Manipulation durch Dritte hin.
Keinen Einfluss auf das Schlussergebnis
Noch bleiben die E-Voting-Stimmen gültig, wie der Kanton am Abend nach dem Urnengang mitteilte. Es sei "vorläufig und bis zur Erwahrung des Ergebnisses durch den Bundesrat noch möglich, im Falle einer Lösung des Problems die Stimmen zu berücksichtigen", schreibt die Verwaltung. Konkret gibt sich der Kanton noch bis zum 21. März 2026 Zeit. Spätestens dann muss er die definitiven Abstimmungsergebnisse im Kantonsblatt veröffentlichen. Kann er die E-Voting-Stimmen bis dann nicht entschlüsseln, werden sie doch noch für ungültig erklärt.
Das Schlussergebnis - welche Vorlagen das Volk annahm oder ablehnte - werden die nicht gezählten 2048 E-Voting-Stimmen nicht mehr beeinflussen können. Bei sämtlichen Vorlagen ist der Unterschied zwischen Ja- und Nein-Stimmen höher als 2048. Die geringste Differenz verzeichnet Basel-Stadt bei der Klimafonds-Initiative. Hier zählte die Verwaltung 6658 mehr Nein- als Ja-Stimmen.
Der Kanton Basel-Stadt möchte übrigens zum Herbst 2026 seine E-Voting-Versuche ausweiten. Ab da sollen auch erste Personen ohne Behinderung mit Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt elektronisch abstimmen können. Mehr dazu lesen Sie hier.
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