Metas neues KI-Modell toppt in visuellem Verstehen und floppt im Programmieren
Ein Jahr nach "Llama 4" lanciert Meta ein neues grosses Sprachmodell. "Muse Spark" kann bezüglich sprachlichem und visuellem Verständnis mit KI-Rivalen mithalten. Schwächen zeigt das Modell beim Programmieren oder beim abstrakten Denken.
"Muse Spark" heisst der neueste Wurf in Metas KI-Familie. Das Unternehmen stellt unter diesem Namen ein neues Sprachmodell vor - etwa ein Jahr nach der Veröffentlichung des Vorgängers Llama 4, der "eher enttäuschte", wie "Reuters" bemerkt.
Meta entwickelte Muse Spark in seinen noch jungen Superintelligence Labs. Das Modell sei "das erste Ergebnis einer grundlegenden Neugestaltung unserer KI-Aktivitäten", erklärt der Social-Media-Konzern im Firmenblog. Darin beschreibt er das neue Reasoning-Modell als "von Grund auf multimodal". Es könne Tools einbinden, visuelle Gedankengänge (Visual Chain of thought) unterstützen und mehrere Agenten orchestrieren.
Meta sieht Muse Spark als den "ersten Schritt hin zu einer persönlichen Superintelligenz, die Ihre Welt versteht". Dank der multimodalen Fähigkeiten ermögliche die KI "leistungsstarke, hochgradig persönliche Anwendungsfälle". Muse Spark analysiere die Umgebung des Users oder dessen Wohlbefinden in Echtzeit. Unterhaltsame Mini-Games soll das Modell ebenso entwickeln können wie bei der Bedienung von Haushaltsgeräten unterstützen.
Nicht jeder erhält API-Zugang
"Reuters" merkt an, dass Meta selbst keine Angabe zur Grösse der ersten Muse-Spark-Version veröffentlicht. Meta schreibt im Blog lediglich: "Dieses erste Modell ist bewusst klein und schnell gehalten, dennoch leistungsfähig genug, um komplexe Fragestellungen in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Gesundheit zu bearbeiten." Man arbeite bereits an der noch leistungsfähigeren nächsten Version.
Anders als seine früheren KI-Modelle gewährt Meta den API-Zugang zur neuesten Erfindung nicht mehr der breiten Öffentlichkeit, sondern lediglich einem Kreis ausgewählter Kunden. Meta-User wiederum können Muse Spark auf der Plattform "Meta AI" und den entsprechenden Apps ausprobieren.
Doch wie gut schlägt sich das neue KI-Modell in der Praxis? Offenbar kann Muse Spark in Bereichen wie Sprach- und Bildverständnis mit Spitzenmodellen der Marktführer Google, OpenAI und Anthropic mithalten, wie "Reuters" unter Berufung auf Testergebnisse des Unternehmens Artificial Analysis schreibt. Keine gute Falle macht Metas Modell hingegen beim Programmieren und in abstraktem Denken.
Meta gibt an, unter anderem an Verbesserungen im Coding-Workflow zu arbeiten. Ausserdem zitiert "Reuters" Alex Wang, Leiter von Metas Superintelligence Labs. Er räumt ein, Muse Spark habe noch "raue Kanten", die man mit der Zeit schleifen werde. Er kündigte auch an, zu einem späteren Zeitpunkt zumindest einige Varianten von Muse Spark quelloffen zu publizieren.
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