Update: US-Gericht gibt grünes Licht für tausende Klagen gegen Meta & Co.
Meta, Google und weitere Social-Media-Betreiber sehen sich mit über 3000 Klagen konfrontiert. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, mit ihren Plattformen Social-Media-Sucht zu fördern. Ein US-Gericht hat die Einsprachen abgelehnt, mit denen die Tech-Unternehmen die Klagen umgehen wollten.
Update vom 11.08.2026: Über 3000 Klagen beschuldigen Meta, Google, Tiktok und Snapchat, auf ihren Social-Media-Plattformen Suchtverhalten zu fördern und so zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Essstörungen beizutragen. Ein US-Gericht hat nun Beschwerden von Meta und Tiktok abgelehnt, mit denen die Plattformbetreiber diese Klagen bereits vor den entsprechenden Gerichtsverfahren aushebeln wollten, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet.
Die Social-Media-Betreiber bauten ihre Beschwerden laut Bericht auf einem Gesetz auf, das Online-Unternehmen vor Klagen wegen User-Posts auf ihren Plattformen schützt. Dabei hätten sie darauf gepocht, dass sie gegen die Klagen immun sein sollten, ohne die Verfahren abwarten zu müssen. Dies lehnte das Gericht gemäss "Reuters" ab - die Einsprachen seien zu früh eingegangen.
Nachdem eine erste Klage bereits im März 2026 zur Verurteilung von Meta und Google geführt hat, müssen sich die Social-Media-Betreiber nun auf weitere Gerichtsverhandlungen vorbereiten. Freude herrscht hingegen aufseiten der Klägerschaft: "In einem Gerichtsprozess findet die Öffentlichkeit heraus, was Meta über die Auswirkungen seiner Produkte auf Kinder wusste, wann es dies wusste, und was es mit diesem Wissen tat", zitiert "Reuters" zwei Anwälte, welche Kläger vertreten.
Originalmeldung vom 27.03.2026:
US-Gericht verurteilt Google und Meta wegen Förderung von Social-Media-Sucht
Betreiber von Social-Media-Plattformen gefährden die psychische Gesundheit ihrer User – und zwar wissentlich. Zu diesem Schluss kommt ein kalifornisches Gericht. Es verurteilte unlängst die Tech-Konzerne Meta und Google zu einer Busse, wie "Tech Crunch" berichtet. Inklusive der Prozesskosten muss Instagram-Betreiberin Meta 4,2 Millionen US-Dollar und Youtube-Betreiberin Google 1,8 Millionen US-Dollar zahlen.
Sein als wegweisend geltendes Urteil fällte das Gericht in Zusammenhang mit einer Klage einer heute 20 Jahre alten Frau. Sie und ihre anwaltlichen Vertreter warfen den Angeklagten Unternehmen vor, mit ihren Plattformen massgeblich zu ihren Angstzuständen, Depressionen, ihrer Körperdysmorphie und anderen Beschwerden beigetragen zu haben. Mehr noch: Insbesondere Meta habe aktiv den Suchtfaktor seiner Plattformen bei Teenagern untersucht und die Erkenntnisse genutzt, um "die Nutzung durch junge Nutzer zu steigern", fasst "Tech Crunch" zusammen.
Ursprünglich ging die Klage übrigens nicht nur an Google und Meta. Die Klägerin sieht auch die Plattformen Tiktok und Snapchat in der Verantwortung. Die Betreiber dieser Plattformen einigten sich jedoch in einem aussergerichtlichen Vergleich.
Zweites Urteil aus New Mexico
Die nun verurteilten Unternehmen dürften das Urteil wohl anfechten. Sie führten im Prozess ins Feld, die psychischen Beschwerden der Klägerin hätten andere Gründe. Google fügte hinzu, Youtube sei keine Social-Media-Plattform, sondern eher mit einem TV-Angebot vergleichbar, wie "Heise" schreibt.
In der gleichen Woche, in der das kalifornische Gericht sein Urteil sprach, kam auch ein Gericht des US-Bundesstaates New Mexico zum Schluss, Meta habe seine Nutzer gezielt über die Sicherheit seiner Plattformen getäuscht und Kinder gefährdet, wie ebenfalls "Tech Crunch" berichtet. Dieses Gericht verhängte eine Busse in Höhe von 375 Millionen US-Dollar.
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