Desinformation kostet Wirtschaft rund 417 Milliarden US-Dollar
Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Desinformation schätzt Sopra Steria für 2024 auf über 400 Milliarden US-Dollar. Um der zunehmenden Industrialisierung von Falschinformationen entgegenzuwirken, fordert das Unternehmen den Aufbau einer europäischen Informationsresilienz.
Desinformation hat die Weltwirtschaft im Jahr 2024 schätzungsweise 417 Milliarden US-Dollar gekostet. Laut einer Studie des europäischen IT-Dienstleisters Sopra Steria lässt sich dieser Betrag in drei Kategorien aufteilen: direkte finanzielle Auswirkungen (393 Milliarden US-Dollar), soziale Auswirkungen (10 Milliarden US-Dollar) und politische Auswirkungen (14 Milliarden US-Dollar). Darunter sollen auch Kosten von 11 Milliarden US-Dollar durch KI-gestützten Betrug sowie Verluste von 5,5 Milliarden durch Krypto-Betrug wie "Pig Butchering" fallen.
Desinformationen sind laut Ayman Awada, Executive Director des Geschäftsbereichs Finanzdienstleistungen der Sopra Steria Group, aber nicht mehr nur ein politisches oder demokratisches Problem. Sie stelle nun ein erhebliches wirtschaftliches Risiko für Unternehmen und Märkte dar. "Angesichts der Industrialisierung der Informationsmanipulation und des Aufstiegs der künstlichen Intelligenz müssen Organisationen dieses Phänomen nun als strategisches Risiko behandeln", sagt Awada.
Um der Industrialisierung der Desinformation entgegenzuwirken, fordert Sopra Steria den Aufbau einer europäischen Informationsresilienz, an der Unternehmen, Institutionen und Experten mitwirken.
Die Studie stützt sich auf eine Metaanalyse bestehender Forschungsergebnisse, die Auswertung dokumentierter Fälle sowie ökonomische Modellierungen miteinander verbindet, wie Sopra Steria mitteilt. Ausserdem orientiere sich die Methodik an den Ansätzen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).
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