Zwei Start-ups präsentieren Lösungen für weniger Bildschirmzeit
Immer mehr Menschen kämpfen im Alltag mit digitaler Ablenkung, Doomscrolling und zu viel Zeit am Smartphone. Zwei Start-ups wollen mit ihren Tools den Smartphonenutzerinnen und -nutzern zu mehr Selbstdisziplin verhelfen: Focusnow hat dazu eine Schliessfachanlage mit Ladestation für Schulen entwickelt. Lokd setzt ebenfalls auf eine physische Sperre fürs App-Blocking.
Für die meisten Jugendlichen und Erwachsenen gehört das Smartphone zum Alltag. Sich durch unterschiedliche Social-Media-Kanäle scrollen, Kurzvideos schauen oder sich mit Freunden austauschen - meistens bleibt es nicht bei einer kurzen Interaktion mit internetfähigen digitalen Geräten. Das stellt unter anderem Schulen zunehmend vor die Herausforderung, Ablenkungen während des Unterrichts zu reduzieren.
Während einige Schulen auf absolutes Handyverbot setzen, geht eine Oberstufe in der Region Zürich einen anderen Weg: Während der Unterrichtszeit werden die Geräte in persönlichen, abschliessbaren und gleichzeitig mit Ladefunktion ausgestatteten Fächern aufbewahrt. Entwickelt hat das CE-zertifizierte Ladeschliessfachsystem Focusnow. Seriengründer Jonny Billeter hat das Start-up 2025 zusammen mit Reto Schaufelberger und Kay Voser gegründet.
Die "Powerlock 32" verfügt über 32 individuell gesicherte Fächer. Die Schülerinnen und Schüler wählen ihren persönlichen PIN-Code selbst und können ihre Smartphones während der Unterrichtszeit sicher aufbewahren und laden. Dank integrierter Anschlüsse für Lightning-, USB-C- und Micro-USB-Geräte steht die Infrastruktur unabhängig vom Gerätetyp zur Verfügung. Die Schulleitung der Oberstufe hat nach einer erfolgreichen vierwöchigen Testphase gleich drei Ladeschliessfach-Anlagen von Focusnow bestellt und in Betrieb genommen.
Physische Hürde von Lokd kommt bereits im Ausland zum Einsatz
Auch in der Freizeit ist das Smartphone generationenübergreifend bei vielen Menschen stets griffbereit. Damit man sich nicht ständig darin verliert, kann man sich beispielsweise mit einer App die eigene Bildschirmzeit beschränken. Weil jedoch solche Apps direkt am Handy auch wieder deaktiviert werden können, setzt das Aargauer Start-up Lokd auf eine kleine schwarze Box oder einer Schlüsselkarte. Nutzerinnen und Nutzer scannen den Lokd Key, legen ihn ausser Reichweite und behalten ihr Smartphone weiterhin bei sich. Über die dazugehörige App wählt man einzig, welche Funktionen wie Tiktok, Instagram oder Games man blockieren möchte. Diese bleiben gesperrt, bis der physische Schlüssel wieder gescannt wird. Dadurch soll eine etwas stärkere Hürde zwischen Impuls und Ablenkung entstehen.

Der Lokd Key blockiert über eine zugehörige App ausgewählte digitale Ablenkungen. (Source: Lokd)
Nach dem Launch im Herbst 2025 hat das von David Hadodo gegründete Start-up seine physischen Hindernisse bereits an mehrere hundert Kundinnen und Kunden im DACH-Raum geliefert. Rund die Hälfte der Bestellungen geht bereits ins angrenzende Ausland, vor allem nach Deutschland. Neben dem direkten Online-Vertrieb möchte der Solopreneur künftig auch Retail-Partnerschaften und Kooperationen mit Hochschulen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen aufbauen.
Dieser Beitrag ist zuerst auf der Website von "Startupticker" erschienen.
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