KI-Transformation fordert Schweizer Onlinehändler heraus
Mit dem KI-Boom etabliert sich auch eine neue Marketingdisziplin, die Generative Engine Optimization (GEO). Viele Schweizer Onlinehändler kümmern sich um die KI-Transformation. Die neue Technologie ist für viele herausfordernd, jedoch nicht die grösste Sorge.
Das Thema künstliche Intelligenz gewinnt im Onlinehandel immer mehr an Bedeutung. Eine grosse Mehrheit von 70 bis 75 Prozent der Onlinehändler rechnen damit, dass die Produktsuche, Preisvergleiche und Empfehlungen künftig von KI gesteuert werden, wie der Onlinehändlerbefragung 2026 (pdf) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) zu entnehmen ist. 51 Prozent der befragten Händler geben an, Generative Engine Optimization (GEO) sei eine mindestens eher relevante Marketingdisziplin.
Obwohl die Onlinehändler dem Thema KI eine grosse Bedeutung beimessen, scheinen sie bei der Messung von GEO-Effektivität und beim Entwickeln von KI-Strategien noch Schwierigkeiten zu haben. Viele Händler können Bot-Monitoring, Sichtbarkeit in KI-Systemen, KI-generierten Traffic und Umsatz bisher noch nicht messen. Ausserdem geben nur 2 Prozent der Händler an, eine Strategie für KI oder Agentic Commerce zu haben und diese umzusetzen. Knapp 75 Prozent der Händler hätten bisher gar keine solche Strategie formuliert oder haben eine Strategie, die sie aber nur teilweise umsetzen können.

Bei anderen Geschäftsprozessen wie Bonitätsprüfungen, Generierung von Produktbeschreibungen, Inhalte für das digitale Marketing, und dem Monitoring von Marketing-, Vertriebs- und Finanzkennzahlen ist die Automatisierung durch KI-Systeme weiter fortgeschritten. Vollständig automatisierte Geschäftsabläufe sind allerdings weiterhin eine Ausnahme. Meist nutzen die Onlinehändler teilautomatisierte Prozesse mit einem “Human-in-the-Loop”-Prinzip. Dabei werden die Prozesse nicht vollständig automatisch abgewickelt, sondern von Mitarbeitenden überprüft. Durch Anwendungen in Übersetzungen, Text-, Bild- und Videogenerierung, Chatbots in Onlineshops, (Markt-)Analyse und Softwareentwicklung hätten KI-Systeme aber zu Produktivitäts und Effizienzgewinnen geführt. Rund ein Drittel der Onlinehändler gibt an, Agentur- und Beratungskosten gesenkt zu haben und ein Viertel spart dank KI-Systemen bereits Personal- und Betriebskosten.
Onlinehändler unter wirtschaftlichem und technologischem Druck
Der Markt mit schwacher Konsumstimmung, steigenden Kosten und intensivem Wettbewerb wird von 83 Prozent der befragten Händler als Sorge angegeben und ist damit die grösste Sorge der Schweizer Onlinehändler. Auch Marketing wird von 79 Prozent als Sorge angegeben. 73 Prozent geben KI-Anwendungen als Sorge an, und 67 Prozent Personal und Know-how.
Laut den Forschenden der FHNW ist hiermit eine Veränderungen in den Sorgen der Händler zu beobachten. Händler machen sich neben klassischen Markt- und Marketingaufgaben vermehrt Gedanken um Herausforderungen der Transformation. Die Integration von KI-Systemen in die Geschäftsabläufe und das dazu benötigte Know-how spielen dabei eine zentrale Rolle.

Suchmaschinen bleiben wichtig
Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) bleibt für 88 Prozent der Onlinehändler ein wichtiges Instrument und ist damit weiterhin das wichtigste Marketingtool. Auf SEO folgen Suchmaschinen-, Newsletter- und Social-Media-Marketing und erst dann GEO.
Immer mehr Pure Player
Sogenannte Pure Player, also reine Onlinehändler ohne physisches Geschäft, sind in der Umfrage erstmals am häufigsten vertreten. Wichtigster Marktplatz ist Galaxus, über den rund 35 Prozent der Befragten ihre Waren verkaufen. Auf Galaxus folgen Brack, Ricardo und Amazon. Temu nutzen nur von 0.8 Prozent der Schweizer Onlinehändler zum Verkaufen ihrer Waren.
Über die Befragung
Im Rahmen der Onlinehändlerbefragung wurden 473 Onlineshop-Betreibende befragt. 90 Prozent der Befragten sind aus der Schweiz. Die Teilnehmenden wurden zwischen dem 15. April und 31. Juli 2026 befragt, wie der Studie zu entnehmen ist. 82 Prozent der Onlineshops sind Business-to-Consumer-Geschäfte.
Die KI-Transformation verändert viele Aspekte des Handels. Nvidia und Palantir wollen beispielsweise ihre Lieferketten mit KI optimieren. Hier können Sie mehr dazu erfahren.
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