Update: Infomaniak startet im Oktober an der Börse
Infomaniak steht kurz vor dem Börsenstart. Die Aktionäre der börsenkotierten Genfer Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval haben der dafür nötigen Transaktion zugestimmt. Der erste Handelstag an der SIX ist für Anfang Oktober vorgesehen.
Update vom 25. September 2026: Infomaniak peilt den ersten Handelstag an der SIX für den 1. Oktober oder kurz danach an. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist nun erfüllt: Die Aktionäre der börsenkotierten Genfer Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval haben dem geplanten Reverse Takeover durch Infomaniak zugestimmt, wie der Genfer Cloudanbieter mitteilt. Bei einem solchen Verfahren gelangt ein nicht kotiertes Unternehmen über eine bereits börsenkotierte Gesellschaft an die Börse.
Die bisherigen Infomaniak-Aktionärinnen und -Aktionäre tauschen ihre Beteiligungen gegen neu ausgegebene Aktien der kotierten Gesellschaft. Perrot Duval verkauft zuvor seine Industrieaktivitäten an das bisherige Management und nimmt anschliessend den Namen Infomaniak SA an.
Den Vollzug der Transaktion planen die beteiligten Unternehmen für den 25. September. Bis zum Handelsstart müssen sie noch letzte Bedingungen erfüllen und technische Schritte abschliessen.
Mit der Transaktion nimmt Infomaniak kein frisches Kapital auf. Wie bereits angekündigt, behält die Infomaniak-Stiftung über nicht kotierte Aktien die Mehrheit der Stimmrechte.
Originalmeldung vom 04.08.2026:
Infomaniak bereitet Börsengang vor
Infomaniak plant den Gang an die Schweizer Börse (Six Swiss Exchange). Dazu strebt der Hoster ein sogenanntes Reverse Takeover durch die bereits kotierte Schweizer Holding Perrot Duval an. Die eigenen Aktionäre haben eine entsprechende Vereinbarung bereits unterzeichnet, wie Infomaniak bekanntgibt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung von Perrot Duval, die am 24. September stattfinden soll, sowie der Genehmigungen durch die Börsenaufsichtsbehörden. Werden diese Bedingungen erfüllt, wird die börsenkotierte Gesellschaft den Namen Infomaniak SA annehmen.
In der Mitteilung erinnert Infomaniak daran, sein Wachstum seit seiner Gründung ausschliesslich aus eigenen Mitteln finanziert zu haben. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 54,2 Millionen Franken, gegenüber 47,6 Millionen Franken im Vorjahr. Mit dem nun angestrebten Zugang zu den Kapitalmärkten wolle man sein Wachstum beschleunigen. Die aufgenommenen Mittel sollen insbesondere in den Bau neuer Rechenzentren in der Schweiz sowie in den Ausbau des Cloud- und Collaboration-Angebots fliessen, um der steigenden europäischen Nachfrage nach souveränen Diensten gerecht zu werden.
Gehandelt werden nur B-Aktien
Im Rahmen der Transaktion plant Perrot Duval zudem, seine Industrieaktivitäten zu veräussern. Werden sämtliche Transaktionen genehmigt, plant die Gesellschaft die Ausgabe neuer Aktien zur Aufnahme von Infomaniak. Die bisherigen Aktionäre von Infomaniak - die Stiftung Infomaniak, der Gründer sowie bestimmte Mitarbeitende - werden danach zusammen die grosse Mehrheit der kotierten Gesellschaft halten.
Um seine Unabhängigkeit zu wahren, plant Infomaniak eine Struktur mit zwei Aktienkategorien. Nur die B-Aktien sollen an der Börse gehandelt werden, während die mit bevorzugten Stimmrechten ausgestatteten A-Aktien von der Stiftung Infomaniak gehalten werden. Diese werde damit die Mehrheit der Stimmrechte behalten, erklärt der Hoster. Die Struktur knüpft an die im Mai angekündigte Neuorganisation der Governance an. Damals hatte der Genfer Anbieter die Mehrheit seiner Stimmrechte auf diese gemeinnützige Stiftung übertragen. Nach Angaben des Unternehmens wird die Stiftung die Einhaltung der Aktionärscharta sicherstellen, insbesondere in Bezug auf Unabhängigkeit, digitale Souveränität, den Schutz der Privatsphäre und die ökologische Verantwortung.
An den Dienstleistungen für die Kundinnen und Kunden soll sich durch die Transaktion nichts ändern, betont Infomaniak. Verträge, Preispolitik, Teams und der Speicherort der Daten blieben unverändert.

Boris Siegenthaler, Gründer und Chief Strategy Officer von Infomaniak. (Source: zVg)
"Seit dreissig Jahren versuchen wir, die für unsere Ambitionen erforderlichen Mittel mit der Unabhängigkeit von Infomaniak in Einklang zu bringen: Dieser Schritt ist die Antwort darauf. Er gibt uns die Mittel, eine nachhaltige europäische Alternative zu den Cloud-Giganten aufzubauen, mit der Transparenz einer Schweizer Kotierung und der durch unsere Stiftung gesicherten Unabhängigkeit", erklärt Boris Siegenthaler, Gründer und Strategiedirektor von Infomaniak.
Lesen Sie auch: Anfang 2026 ergänzte Infomaniak seine souveräne Public Cloud um Managed Services, GPU-Instanzen und integrierte KI-Services. Der Genfer Hoster betreibt seine Infrastruktur vollständig in der Schweiz und wirbt mit Datensouveränität für Europa.
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