Cybersecurity-Ausgaben in der Schweiz steigen um 20 Prozent
Die Ausgaben für Cybersecurity in der Schweiz sind im dritten Quartal 2026 um 20,1 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Global zeigt sich, dass sich die Art, wie Unternehmen in Cybersicherheit investieren, verändert.
Die Ausgaben für Cybersecurity in der Schweiz steigen. Im dritten Quartal 2026 wuchsen die Ausgaben für Compliance, Training von Mitarbeitenden und Zugangskontrollen zu internen Systemen um 20,1 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal im Vorjahr, wie Marktforscher Context mitteilt.
Der Schweizer Markt wächst somit schneller als derjenige in Deutschland. Im Nachbarland legten die Ausgaben um 7,1 Prozent zu. Das Schlusslicht im DACH-Raum bildet Österreich, wo sich die Geschäfte rückläufig entwickeln. Als Grund nennt Context, dass es im Vorjahr grosse Ausgaben des öffentlichen Sektors gab, die den Jahresvergleich belasten. Insgesamt legte der DACH-Raum jedoch um 7,4 Prozent zu. Auf diese Region entfallen über ein Viertel der von Context registrierten Ausgaben in Europa.
Prioritäten bei Cybersecurity-Ausgaben ändern sich
Zusätzlich beobachte Context eine Verschiebung von Prioritäten bei den Cybersecurity-Ausgaben. Einnahmen aus Compliance, Awareness und Trainingsprodukten sind weltweit um 75,9 Prozent gestiegen, und Identitäts- und Zugangsmanagement um 33,7 Prozent. Diese Märkte wuchsen somit stärker als der grösste Markt im Cybersecurity-Bereich, Netzwerk-Security. Dieser wuchs um 5 Prozent.
"Unternehmen müssen demonstrieren, dass sie Cyberrisiken korrekt verwalten. Dies beeinflusst, wo sie Geld ausgeben", sagt Joe Turner, Vizepräsident Sales und Research bei Context. "Unternehmen wollen Klarheit darüber, wer auf ihre Systeme zugreift; sie wollen Mitarbeitende mit besserem Training und sie möchten Beweise, dass sie ihren Obligationen nachkommen."
Netzwerk-Security sei weiterhin der grösste Markt im Cybersecurity-Bereich und decke mehr als die Hälfte der Cybersecurity-Ausgaben ab. Höhere Preise für Firewall-Equipment seien für das Wachstum verantwortlich. Ausserdem sei Infrastruktur-Schutz um 16,1 Prozent gewachsen, da viele Unternehmen in das Sichern ihrer Server, das Finden von Schwachstellen und Erneuern von Equipment investiert hätten.
Unternehmen kaufen eher breite Sicherheitsdienstleistungen als einzelne Produkte
Weniger ausgegeben werde für Datensicherheit, Cloud-Sicherheit und E-Mail-Sicherheit. Grund hierfür sei eine Veränderung in der Art, wie Unternehmen in Cybersicherheit investieren. Sie würden immer mehr breitere Sicherheitsdienstleistungen kaufen statt einzelne Produkte.
Für Distributoren und Reseller heisse dies, sie müssten auf die erhöhte Nachfrage für Compliance und Zugangskontrollen reagieren. Gleichzeitig sollten sie die Veränderungen in der Art, wie Unternehmen Cybersicherheit kaufen möchten, im Blick behalten.
Übrigens: Im Juni 2026 prognostizierte Context steigende Investitionen in Cybersecurity-Modelle für autonome KI-Systeme, unter anderem aufgrund von EU-Vorgaben. Mehr dazu lesen Sie hier.
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