30 Millionen US-Dollar für Enact

Zürcher Start-up bringt Robotern das Fingerspitzengefühl bei

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von Dylan Windhaber und rja

Das Zürcher Robotik-Start-up Enact Intelligence sichert sich in einer Finanzierungsrunde 30 Millionen US-Dollar. Mit dem Geld will das Unternehmen Roboter entwickeln, die ihre Umgebung nicht nur sehen, sondern auch Berührungen und Kräfte wahrnehmen können. Erste Modelle sollen künftig in Fabriken zum Einsatz kommen.

(Source: chombosan / iStock.com)
(Source: chombosan / iStock.com)

Roboter können Gegenstände zwar erkennen, scheitern aber häufig an Aufgaben, die Fingerspitzengefühl erfordern. Genau hier will das Start-up Enact Intelligence ansetzen. Das im März 2026 gegründete Zürcher Unternehmen entwickelt laut Mitteilung eine Kombination aus KI-Modellen, Sensoren und Antrieben, mit der Roboter ihre Umgebung nicht nur sehen, sondern auch spüren sollen. Enact spricht von einem "Nervensystem, das Kraft im ganzen Körper wahrnimmt, bis in die Fingerspitzen". So könnten die Roboter künftig beispielsweise Kabel einstecken, Dichtungen einlegen oder Schrauben ansetzen.

Für die Entwicklung hat das Robotik-Start-up 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt, wie es mitteilt. Mit der Finanzierung tritt Enact zugleich erstmals aus dem sogenannten Stealth-Modus an die Öffentlichkeit. 

Zu den Geldgebern gehören dem Unternehmen zufolge die Risikokapitalgesellschaften Redalpine, Notion Capital und Firstminute Capital. Als Business Angels beteiligen sich gemäss Enact unter anderem Yann LeCun, ehemaliger KI-Chefwissenschaftler von Meta, und Arthur Mensch, Mitgründer des französischen KI-Unternehmens Mistral.

Erste Einsätze in Fabriken

Laut Mitteilung leitete Enact-Gründer und -CEO Manuel Yves Galliker zuvor beim Robotikunternehmen 1X ein Team, das dem humanoiden Roboter Neo das Laufen beibrachte. Anschliessend habe er beim Robotiklabor Physical Intelligence gearbeitet. Das zwölfköpfige Team von Enact bringe zudem Erfahrung von Unternehmen wie Google Deepmind, Amazon Robotics und Helsing mit. 

Mit dem frischen Kapital wolle das Start-up seine Belegschaft nun bis Ende 2027 verfünffachen und die Entwicklung seiner Hard- und Software beschleunigen. Ausserdem plant das Unternehmen eigenen Angaben zufolge, erste Roboter bei Industriepartnern einzusetzen. Im Fokus stünden dabei zunächst Montagearbeiten in Fabriken und Manufakturen, bei denen Menschen heute noch zahlreiche Handgriffe übernehmen. Gespräche mit europäischen Industrieunternehmen führe man ebenfalls bereits, schreibt Enact.

 

Die Schweiz liegt beim Einsatz von Robotern weit vorne und zählt zudem bereits 217 Robotikunternehmen. Eine Herausforderung bleibt laut einer Analyse von Raiffeisen jedoch das Wachstum über die Start-up-Phase hinaus. Mehr dazu lesen Sie hier. 

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